Parfümlegende

Das Parfüm Chanel N°5

Parfümlegende

Die französische Schneiderin Coco Chanel machte sich in jungen Jahren einen Namen als innovative Designerin. Statt den weiblichen Körper in Korsette zu zwängen – was nach dem Ersten Weltkrieg, als Chanel am Anfang ihrer Karriere stand, noch Gang und Gäbe war –, entwickelte die Modeschöpferin simple und vor allem bequeme Kleider aus Baumwolljersey. Damit etablierte sie eine völlig neue Ästhetik in der Damenmode: klaren Linien, kaum Verzierungen.

Der Name der Designerin steht aber auch für einen der bekanntesten Düfte der Welt: Chanel N°5. Konzipiert wurde das Parfüm im Jahr 1921 vom französischen Chemiker und Parfumeur Ernest Beaux, der einst am russischen Zarenhof engagiert war. Zum massiven Erfolg, der sich bis ins Jetzt erstreckt, haben verschiedene Faktoren beigetragen. Wir stellen fünf davon vor:

 

1. Duft

Chanel hat nicht nur die Kleidung der Frau revolutioniert. Auch in Sachen Duft bewies die Modeschöpferin Innovationsgeist. Damals kreierten Parfumeure Düfte, die schlicht nach einer Blüte rochen. «Ich will etwas Komponiertes», soll Chanel aber dem Parfumeur ihres Vertrauens, Ernest Beaux, gesagt haben, als es darum ging, einen Duft für ihr Modehaus zu entwickeln. Ob es diese Vision war, die Chanel N°5 so erfolgreich machte, oder ein Unfall in Beaux’ Labor, wie man auch munkelt, bleibt unklar.

 

2. Name

Beaux stellt Chanel verschiedene Düfte vor. Der Fünfte der Serie vermochte die Modeschöpferin zu überzeugen. Und weil sie jeweils am 5. Mai – also am fünften Tag des fünften Monats – ihre neuen Kollektionen dem Pariser Publikum präsentierte, entschied sie sich auch beim Parfüm auf die Fünf zu setzen. Die Zahl, so soll Chanel gesagt haben, scheine ihr Glück zu bringen.

 

3. Verpackung 

Nicht erst Apple hat den Wert von präzisem Packaging Design erkannt. Schon in den 1920er Jahren wusste Chanel, wie wichtig das Drumherum ist. So entschied sich die Modemacherin bei der Verpackung – anders als beim Duft – für eine Reduce-to-the-max-Strategie: Klare Linien, keine Verzierungen, nüchterne Typografie. Alles andere würde ja auch vom Inhalt ablenken, dem die ganze Aufmerksamkeit gelten soll, n'est-ce pas?

 

4. Vertrieb

Die Wechselwirkung von Exklusivität und Verfügbarkeit scheint Chanel bei der Vertriebsstrategie der Nummer Fünf perfektioniert zu haben: Zuerst verschenkte die Modemacherin ihren Duft an ausgewählte Kundinnen in ihren Boutiquen. Influencer Marketing würde man heute wohl sagen. Danach bot sie das Parfüm zum Verkauf an – exklusiv in ihren Flagship Stores. Später dann liess sie das Parfüm auch in ausgewählten Kaufhäusern, darunter etwa die Galeries Lafayette, verkaufen. 

 

5. Testimonial

Kultstatus erlangt man (fast) nur mit Schützenhilfe. Und diese gab es von der amerikanischen Schauspielerin Marilyn Monroe höchstpersönlich. Monroe antwortete nämlich in einem Interview mit dem «Life Magazine» auf die Frage, was sie denn im Bett trage: «Nur einige Tropfen Chanel N°5.» Eine Legende war geboren.

Illustration der Stadt der Zukunft

Die Stadt der Zukunft

Die Pariser Bürgermeisterin will die französische Metropole in eine «15-Minuten-Stadt» verwandeln. Und in Zürich sind die Bürger*innen dazu eingeladen, ihre Stadt selbst mitzugestalten.