Plastik-Recycling für alle!

Bild von sechseckigen Bodenplatten aus Plastik

Plastik-Recycling für alle!

In einer Werkstatt im Stadtzentrum von Chiang Mai, Thailand, verarbeiten Designer Plastikabfall, der hauptsächlich aus Plastiksäcken besteht, zu Untersetzern und Tischplatten im Marmor-Look. In einer anderen Kreativstätte in der Ukraine benützen die Macher*innen Geräte, die aus alten Industrieteilen und Einkaufswagen gefertigt wurden und schaffen aus Plastikabfall Obstschalen. Das Motto hier und an über 200 weiteren Orten: Recycling!

Noch immer wird die Mehrheit der 300 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich produziert werden, nicht recycelt – acht Millionen Tonnen landen jeweils im Meer. Und wenn doch, geschieht dies normalerweise in einem industriellen Ausmass mit teuren Maschinen in grossen Fabriken, die sich ein Land zuerst noch leisten können muss.

Nun gibt es eine zusehends wachsende Zahl von Handwerker*innen, die mit Hilfe des Start-ups Precious Plastic ihre eigenen Maschinen fürs Plastik-Recycling bauen. Die Idee des Gründers Dave Hakkens war, Recycling im kleinen Rahmen für alle zugänglich zu machen und Menschen die Möglichkeit zu geben, das Problem Plastikverschmutzung zu bekämpfen und es als eine Chance zu sehen.

An über 200 Orten gibt es nun neue Arbeitsplätze, an denen neue Produkte entstehen, Einkommen generieren und gleichzeitig den Umweltschutz fördern. Das beste am Ganzen: Die Anleitungen sind Open Source. Das heisst, sie sind im Internet für alle gratis zugänglich, dürfen und sollen ständig weiterentwickelt und verbessert werden.

Eine der Anleitungen erklärt beispielsweise wie man günstig eine Maschine bauen kann, die Plastik in kleine Teile schreddert, damit es einfacher geschmolzen werden kann. Eine andere erklärt, wie man Maschinen baut, die Plastik für den 3D-Printer vorverarbeiten oder das geschmolzene Plastik in Formen presst. Alle Einzelschritte werden des Weiteren jeweils online per Web-Video erklärt.

Das nächste Projekt des Start-ups befasst sich damit, Anleitungen für ganze Werkstätten in Schiffscontainern zu entwerfen. So könnten sich die kreativen Plastikmüllverwerter*innen mit Hilfe von mobilen Recycling- und Kreativstationen gleich vor Ort – beispielsweise auf Müllhalden – an die Unmengen von Plastikabfall machen und sie zu Neuem verarbeiten. PS: Auf dem Online-Marktplatz Bazar werden bereits Produkte angeboten, die mit Hilfe von Precious Plastic erschaffen wurden.

Für das Video sind auch deutsche Untertitel erhältlich:

Hier ist ein ergänzendes Video von einer externen Quelle eingebettet.
Bild von Plastikmüll unterwasser

Die Plastik-Bank

Plastikabfall als Währung. Mit dieser Idee wollen zwei kanadische Unternehmer die Ozeane säubern und den Ärmsten eine Einkommensquelle eröffnen. Auch die Blockchain-Technologie spielt dabei eine Rolle.