Podcasts werden zum lukrativen Geschäft

Foto eines Mikrofons

Podcasts werden zum lukrativen Geschäft

Audio-Inhalte, die auf Abruf digital konsumiert werden können, gibt es bereits seit den 2000er-Jahren. Die Bezeichnung Podcast – eine Mischung aus dem Apple-Produktnamen iPod und dem Begriff «Broadcasting» (zu Deutsch: Sendung) – tauchte erstmals 2004 in einem The Guardian-Artikel auf. 15 Jahre später kommt man um das Audio-Format nicht mehr herum. Alleine auf der Plattform iTunes finden sich über 250’000 Podcasts.

Die Obamas beispielsweise haben vor Kurzem einen Podcast-Deal mit Spotify abgeschlossen. Der englische Comedian Russell Brand produziert bereits seit zwei Jahren eine Sendung namens «Under the Skin». Lena Dunham, bekannt geworden mit der Serie Girls, mischt im Podcast-Geschäft ebenfalls mit. Sie produzierte unter anderem «Women of the Hour»: Ein Format über «Freundschaft, Liebe, Arbeit, Körper und mehr», wie es im Beschrieb auf SoundCloud heisst.

Doch nicht nur Celebs produzieren Audio-Inhalte. Auch und wohl wesentlich mehr Otto Normalbürger sitzen vor dem Mikrofon, um Podcasts zu produzieren. Ebenso steigen immer mehr Medien in das Business ein. Die New York Times beispielsweise produziert unter anderem «The Daily», der Podcast wurde innert zwei Jahren 52 Millionen mal heruntergeladen. Die Neue Zürcher Zeitung experimentiert ebenfalls mit Audio-Inhalten.

Gemäss einer Studie von 2018 sind die meisten regelmässigen Podcast-Hörerinnen und -Hörer zwischen 18 und 34 Jahre alt. 17% der amerikanischen Bevölkerung hörte 2018 mindestens einmal in der Woche einen Podcast, in Großbritannien waren es 11%. Tendenz steigend, auch aufgrund von Investitionen der Grossen. Die Plattform Spotify beispielsweise plant dieses Jahr 500 Millionen US-Dollar in den Podcast-Markt zu stecken.

Mit der steigenden Popularität wird der Markt auch für Marketingabteilungen interessant. Die Werbeeinnahmen im Podcast-Markt beliefen sich 2018 auf 479 Millionen US-Dollar und sollen bis 2021 die Milliarden-Grenze knacken. Werbung, die direkt von der Podcasterin oder dem Podcaster präsentiert wird, ist derzeit noch die verbreitetste Form. 

Produzenten können aber nicht nur mit Werbung Geld verdienen. Eine beliebte Option, Podcasts zu monetarisieren, bietet Crowdfunding. Tim Ferriss, einer der bekanntesten Podcaster, machte erst kürzlich publik, dass er während sechs Monaten nur noch auf diese Möglichkeit setze und alle Werbe- und Sponsoringdeals pausiere. 

Das Start-up Himalaya, eine Plattform für Podcasts, hat beispielsweise bereits eine Trinkgeld-Funktion integriert. Auch Patreon bietet eine Crowdfunding-Funktion. Der populäre Podcast «The Last Podcast on the Left» soll über diese Plattform monatlich 25’000 US-Dollar von ihrer treuen Zuhörerschaft erhalten.

 

Foto eines Faustkeils neben einem Smartphone

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