Pokémon wird 25 – und steigt ins Musikbiz ein

Diverse Pokémon Sammelkarten

Pokémon wird 25 – und steigt ins Musikbiz ein

Als Nintendo Mitte der Neunziger die ersten Pokémon-Spiele veröffentlichte, ahnte noch niemand, dass daraus einmal das wichtigste Franchise des Konsolen- und Game-Herstellers werden würde.

Wohl am wenigsten damit gerechnet hatte der Erfinder des Spiels Satoshi Tajiri. Gemäss eigener Aussage hat der Japaner nämlich viele Ideen für Pokémon direkt in den Erinnerungen an seine Kindheit gefunden: Der kleine Satoshi ging lieber auf Insektenjagd statt in die Schule, wobei er sich immer neue Techniken ausdenken musste. 

Später wurden aus den Insekten die sogenannten Poketto Monsutā (japanisch für Taschenmonster), die die Spieler*innen nun mit Pokéballs fangen und später trainieren können. Tajiris sperrige Idee mauserte sich in der Folge zu einem der grössten Erfolge der Gaming-Industrie.

Auf das Spiel, dessen verschiedene Varianten weltweit über 200 Millionen Mal über den Ladentisch gingen, folgte eine Anime-Fernsehserie, ein Sammelkartenspiel, eine Vielzahl an Comics, mehr als 20 Kinofilme und Fanartikel aller Art.

Mit einem Imperium wie diesem lässt sich ordentlich Geld verdienen. Über die vergangenen 25 Jahre wurden mit Pokémon über 92 Milliarden US Dollar umgesetzt, wobei das Franchise alleine mit Merchandise-Artikeln mehr als 60 Milliarden US Dollar machte. Aber auch die Videogames (17 Milliarden US Dollar) und die Sammelkarten (10 Milliarden US Dollar) haben zum finanziellen Erfolg beigetragen.

Umso erstaunlicher macht diese schwindelerregenden Zahlen die Tatsache, dass nicht nur mit Erstverkäufen ordentlich Geld verdient wird, sondern vor allem auch im Second-Hand-Geschäft. So kaufte jüngst etwa der amerikanische YouTuber Logan Paul sechs Sets der Erstauflage von sogenannten Pokémon-Boxen, die je rund 400 Spielkarten beinhalten. Für den Erwerb der raren Boxen investierte der Social-Media-Star nicht nur drei Monate Lebenszeit, die er für die Suche benötigte, sondern auch 2 Millionen US Dollar.

Paul ist nicht der einzige Promi, der für Pokémon-Raritäten tief in die Tasche greift. Beispielsweise hat der Rapper Logic, mit dem Paul befreundet ist, 226’000 US Dollar für eine einzige Sammelkarte hingeblättert. Es gibt aber auch eine Menge Promis, die ihr Geld lieber für anderes ausgeben, und trotzdem passionierte Pokémon-Spieler*innen sind. So outeten sich etwa der Schauspieler Dylan Sprouse, das Model Chrissy Teigen oder der Rapper Soulja Boy im Zuge des Pokémon Go-Hypes anlässlich des 20-Jahre-Jubiläums vor fünf Jahren als Fans der Augmented-Reality-Adaption des Spiels.

Das diesjährige 25-Jahre-Jubiläum wird nun ebenfalls mit einigen Specials gefeiert. Natürlich erscheinen neue Versionen des Videospiels und eine Menge neuer Fanartikel. Zudem ist Pokémon ins Musikbusiness eingestiegen. Dafür hat sich das Game mit dem Majorlabel Universal zusammengeschlossen und wird Musik von Stars wie Katy Perry, J Balvin oder Post Malone veröffentlichen. 

Nun, wie sagte es doch Rocko in der achten Episode der ersten Staffel der Pokémon-Trickfilmserie so schön: «Grössenwahn hat auch ein wenig mit Grösse zu tun.»

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