Rapper macht Bank

Porträtaufnahme von Rapper Killer Mike

Rapper macht Bank

Mit bürgerlichem Namen heisst er: Michael Santiago Render. Der Mehrheit dürfte er jedoch als «Killer Mike» bekannt sein. Der 46-Jährige trat im Jahr 2000 als Feature des Rap-Duos Outkast ins Licht der Öffentlichkeit. Da bewegt er sich noch immer, allerdings nicht mehr ausschliesslich als Rapper, sondern ebenso als Schauspieler, Produzent und Aktivist.

Nun steht eine neue Position in seinem CV: Banken-Mitbegründer. Im Oktober 2020 stellten Andrew Young, Ryan Glover und eben Michael Render ihre digitale Bank Greenwood vor. Mit ihr wollen sie der ungleichen Behandlung von People of Color und der weissen Bevölkerung im Bankengeschäft entgegentreten. Das derzeitige Finanzsystem habe dabei versagt, den Wohlstand in der schwarzen und lateinamerikanischen Gemeinschaft zu halten, ist auf der Webseite zu lesen.

Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe hatten die Gründer bereits drei Millionen US-Dollar Gründungskapital gesammelt, mittlerweile sind 40 weitere dazu gekommen. Zu den Investor*innen gehören sechs der grössten Banken Amerikas und auch MasterCard sowie Visa haben sich beteiligt. 

Doch nicht nur bei Geldgeber*innen stösst die Neobank auf Interesse: Ein halbes Jahr nach dem Launch gab es schon eine halbe Million Menschen, die ein Konto bei Greenwood wollten. Der Ansturm sorgte und sorgt noch immer für Verzögerungen, Anfang 2022 soll die Plattform für die breite Öffentlichkeit zugänglich sein. 

Vom grossen Interesse werden auch andere profitieren. Für jede Anmeldung stellt Greenwood bedürftigen Familien fünf kostenlose Mahlzeiten zur Verfügung. Mit jeder Nutzung der Debitkarte wird Geld für einen gemeinnützigen Zweck gespendet. Und: Jeden Monat erhält ein PoC-Kleinunternehmen einen Zustupf in der Höhe von 10’000 US-Dollar.

Der Mitbegründer «Killer Mike» ist überzeugt, dass das Problem des Wohlstandsgefälles nur in Koalition angegangen werden könne. Nebst den drei Gründern ist ein siebenköpfiges Management-Team an Bord. Bis Ende Jahr sollen 40 Personen an der Mission der finanziellen Gleichberechtigung mitarbeiten.

Ein Mann am Mischpult

Was kostet eigentlich ein Beat?

Hip-Hop ist unbestritten das umsatzstärkste Musikgenre der Gegenwart. Doch bevor ein*e Rapper*in Karriere machen kann, braucht es Beats. Und die kriegt man bei Produzent*innen