Riesige CO2-Sauger als Lösung?

Eine Anlage von Climeworks

Riesige CO2-Sauger als Lösung?

Vor wenigen Wochen nahm Climeworks seine Orca-Anlage in Island in Betrieb. Die Maschine funktioniert, vereinfacht gesagt, wie ein riesiger Sauger, um CO2 aus der Luft zu zu entfernen. Es ist die weltweit grösste Anlage dieser Art, 4000 Tonnen CO2 werden mit ihr pro Jahr aus der Luft entfernt, in den Boden verfrachtet und zu Gestein verwandelt. 

An der Technologie forschen weltweit verschiedene Unternehmen, sie nennt sich «Direct Air Capture» (DAC) auf Englisch oder direkte Luftabscheidung auf Deutsch. Climeworks ist laut eigenen Angaben der Leader. Und ist anders als die Konkurrenten ressourcenschonender: Von 100 Tonnen werden nur 10 Tonnen wieder emittiert.

Das Unternehmen wurde 2009 von zwei ETH-Abgängern gegründet und beschäftigt mittlerweile 150 Mitarbeiterinnen. 2017 nahm Climeworks die allererste Anlage in Hinwil in Betrieb. Sie schafft es, jährlich 900 Tonnen CO2 aus der Luft zu entfernen. Anders als Orca wird das gefilterte CO2 nicht in den Boden versenkt, sondern in der Industrie weiter genutzt. Es wird unter anderem zur Herstellung der Kohlensäure fürs Valser-Wasser verwendet. 

DAC könnte einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten, doch die Technologie ist im Moment noch sehr teuer. Eine Tonne entferntes Kohlenstoffdioxid kostet derzeit 600 US-Dollar aufwärts

Das will Climeworks mit seinen Bemühungen ändern. Und erhält immer breitere Unterstützung. Fast 9000 Privatpersonen haben bereits ein CO2-Removal-Abo abgeschlossen und über 50 Unternehmen unterstützen das Start-Up finanziell. Zu letzteren gehören Audi, Shopify und Microsoft. Seit der Gründung kamen 120 Millionen US-Dollar Kapital zusammen. 

Das selbsterklärte Ziel sind 1 Milliarde Unterstützer*innen. Christoph Gebald, einer der Co-Gründer, will bis 2030 so viele Anlagen in Betrieb nehmen, dass pro Jahr 30 bis 50 Tonnen CO2 aus der Luft entfernt werden können. Global werden jährlich rund 40 Milliarden Tonnen CO2 emittiert. DAC kann also nur eine ergänzende Massnahme sein, die Reduktion des Ausstosses bleibt unabdingbar.

 

Foto: Julia Dunlop

Flugzeug in der Luft

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