Run auf die Weihnachtsmärkte

Ein Weihnachtsmarkt in Basel

Run auf die Weihnachtsmärkte

Deutschland ist bekannt für seine Weihnachts- und Christkindlmärkte. Rund 3000 Märkte gibt es – und da wird einiges umgesetzt: Drei Milliarden Euro sollen die rund 160 Millionen Besucher*innen aus dem In- und Ausland jeweils absetzen, wobei jede*r durchschnittlich 18 Euro für Festtagsstimmungsstiftendes hinblättert. 

Nicht nur die Stimmung und die Stände ziehen die Weihnachtsfans nach Deutschland. Vermehrt trumpfen die dortigen Märkte auch mit Spezialangeboten auf. So brennt in der hessischen Stadt Schlitz ein 42 Meter hohes Kerzenlicht, in Leipzig gibt es ein 857 Quadratmeter grosser Adventskalender und in Nürnberg soll es die weltgrösste Feuerzangenbowle geben.

Das ruft auch Besucher*innen aus der Schweiz auf den Plan. So sind besonders die Märkte im Süden Deutschlands beliebte Ausflugsziele und stehen in vielen Programmen von Bahn- und Carreisen-Anbietern. Das war zumindest bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie vor gut zwei Jahren der Fall. Seither herrscht wie vielerorts auch unter den deutschen Veranstalter*innen von Weihnachtsmärkten grosse Unsicherheit. 

Nachdem im vergangenen Jahr aufgrund der zweiten Welle viele Märkte abgesagt werden mussten – auch in der Schweiz –, sah es auch 2021 nicht gut aus für das besinnliche Treiben auf den deutschen Dorf- bzw. Stadtplätzen. Viele Märkte wurden schon wieder abgesagt. Oder aber die Schweizer Reiseanbieter machten einen Rückzug. Zu ungewiss deren Durchführung, zu umständlich oder kostspielig der Ausflug für die Tourist:innen wegen den geltenden Massnahmen für die Reise über die Grenze.

Anders das Bild hierzulande. Viele der Weihnachtsmärkte in der Schweiz konnten durchgeführt werden – wenn auch mit Massnahmen. Die meisten Märkte hatten eine Zertifikats- und/oder Maskenpflicht eingeführt. Beispielsweise aber in Montreux war das Gelände mit den verschiedenen Ständen frei zugänglich; leidlich in den temporär errichteten Innenräumen galt dann 3G.

Das Gelände des Weihnachtsdorfs auf dem Zürcher Sechseläutenplatz hingegen war eingezäunt. Rein kam nur, wer ein gültiges Covid-Zertifikat besitzt. Das aber hielt die Besucher*innen nicht davon ab, sich ins weihnachtliche Getümmel zu stürzen. Im Gegenteil: Der Markt am Ufer des Zürisees war jüngst «rappelvoll», wie Tele Züri berichtete. Das gute Wetter trage dazu bei. Bestimmt aber auch drohende Massnahmenverschärfungen und Daheimgebliebene, die eigentlich hätten nach Deutschland reisen wollen. 

Zudem schätzten die Besucher*innen die grosszügigeren Platzverhältnisse, heisst es von Seiten Veranstalter*innen des Zürcher Weihnachtsdorfs. Das Gelände wurde vergrössert und die Besucher*innen-Kapazitäten beschränkt. So scheint es, dass zumindest die hiesigen Weihnachtsmärkte von der Krise profitieren können.

Eine weihnachtlich geschmückte Fussgängerzone

Weihnachten ist, wenn die Kasse klingelt

Wenn am Black Friday das Weihnachtsgeschäft beginnt, freut sich der Handel auf die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Die wachsende Bedeutung des Online-Handels setzt Detailhändler aber unter Druck.