Sand gibt’s nicht wie Sand am Meer

Bild von vielen Hochhäusern – Betonwüste

Sand gibt’s nicht wie Sand am Meer

Sand wird knapp. Grund dafür sind – einmal mehr – wir Menschen. Sand finden wir nicht nur am Strand, sondern überall im täglichen Leben: In Mikrochips, Waschmittel, Schminke oder Glaswaren und sogar in Nahrungsmitteln. Jährlich verwenden wir auf der ganzen Welt rund 40 Milliarden Tonnen Sand.

Dies macht Sand zur meist konsumierten natürlichen Ressource nach Frischwasser. Die Förderung von Sand und Kies machen rund 85% aller aus der Erde gewonnenen Rohstoffe aus. Warum aber brauchen wir soviel Sand?

Hauptverbraucher ist das Baugewerbe. Seit 1950 ist die urbane Bevölkerung um das fünffache gewachsen und deren Unterbringung bzw. der Ausbau der Städte braucht Beton – sehr viel Beton. Durch seine Langlebigkeit und vielseitige Anwendbarkeit hat er sich schnell zum Lieblingsmaterial der Baubranche gemausert.

Bereits in der Antike wurde mit betonähnlichem Material gebaut und auch in der Chinesischen Mauer wurde ähnlicher Baustoff gefunden. Die Rezeptur wurde seither kaum verändert. Als zentrale Zutat zu mindestens einem Viertel enthalten: Sand.

Der Bau des höchsten Gebäudes der Welt, der Burj Khalifa in Dubai, benötigte 121’254 Tonnen Beton. Mit der heutigen Rezeptur sind das gut 30’000 Tonnen Feinsand. Zum Vergleich: Ein 2 x 2 Meter Sandkasten auf einem öffentlichen Spielplatz enthält ungefähr eine Tonne Sand.

Nun nahm die Wüstenstadt Dubai dafür nicht etwa Sand aus der 220’000 Quadratkilometer grossen Arabischen Wüste, sondern importierte Sand aus Australien. Grund dafür ist, dass die Körner von Wüstensand durch den Wind verweht und dadurch kontinuierlich abgerundet werden. Dadurch verlieren sie ihre bindenden Eigenschaften.

Besser ist Sand aus Flüssen, Seen und von Stränden – was an der Küste vor Indonesien auch schon zum Verschwinden von Inseln geführt habe. In Indien gilt die sogenannte «Sand Mafia» als einer der mächtigsten und gewalttätigsten kriminellen Organisationen. Sie besticht, bedroht und stiehlt in Nacht- und Nebelaktionen ganze Strände – auch vor Mord und Totschlag schrecke sie nicht zurück.

Die Sandindustrie ist wortwörtlich ein Mordsgeschäft und zur Zeit 70 Milliarden US-Dollar wert – mit der USA an der Spitze. Darunter leiden tun Mensch und Umwelt: Der Abbau von Sand führt zu Fluten, Verlust von Biodiversität, der Verschmutzung von Flüssen, der Zerstörung von Stränden, Grundwassermangel und Bodenabsenkungen, wodurch Meerwasser ins Landesinnere dringt und das Trinkwasser, Felder und Böden versalzt.

Collage mit Krokusblüte, Taschenrechner, Sparschwein, gefülltem Münzglas, Zehnernote

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Am häufigsten begegnen wir dem Safran womöglich in Restaurants oder Zuhause, wenn es mal wieder etwas exquisiter sein soll: Beispielsweise beim Safran-Risotto schlemmen. Aber was kostet das «rote Gold» eigentlich?