Schallplatten bringen wieder Geld

Foto einer Tonabnehmernadel auf einer Schallplatte

Schallplatten bringen wieder Geld

Sony Music ist der zweitgrösste Musikkonzern der Welt. Zu seinem Repertoire gehört Musik von ABBA, Beyoncé, Calvin Harris, Daddy Yankee, Foo Fighters, Jimi Hendrix, Kygo und Tyler, The Creator. Und das ist nur die Spitze der Spitze des Eisbergs. Mit Musikstreaming à la Spotify erreicht der stets wachsende Musikkatalog des Unternehmens weltweit immer mehr Hörer. Die langfristigen Einnahmen scheinen daher vielversprechend.

Da überrascht es umso mehr, dass Sony im Südwesten von Tokyo ein CD-Presswerk in eine Schallplattenfabrik umgebaut hat und sich wieder stärker im Vinylmarkt engagieren will. Schliesslich hat sie die eigenständige Vinylproduktion 1989 zu Gunsten der CD aufgegeben. Die Compact Disc war günstiger in der Herstellung, hatte mehr Speicherplatz und war weniger sperrig. Die überlegene klangliche Qualität der Schallplatte unterlag diesen Argumenten.

Heute ist es genau diese warme, bauchige Klangqualität, die mehr und mehr Musikliebhaber zum Vinyl zurückbringt. Die Digitalisierung der Musik ging bisher auf Kosten der Qualität. Wer über Standard-Kopfhörer MP3-Dateien von seinem Handy abspielt, hört oft nur die Hälfte dessen, was die Musik an Höhen und Tiefen zu bieten hat. Wer sich dasselbe Stück zum ersten Mal auf Platte anhören würde, käme – poetisch gesprochen – in eine Welt, in der mit jedem Ton die Sonne aufgeht.

Vor zehn Jahren haben die Grossen den Vinyl-Trend noch nicht ernst genommen. Seither haben sich die Umsatzzahlen jedoch verachtfacht. 2016 lag der weltweite Umsatz bei 560 Millionen US-Dollar – 23,5 Prozent mehr als im Vorjahr! Im Vergleich zum Gesamtumsatz der Musikindustrie desselben Jahres in Höhe von rund 16 Milliarden US-Dollar ist das nicht besonders viel – aber als Nische offenbar relevant genug.

Foto von Dr. Dre alias Andre Young

Mit Beats zum Nicht-Ganz-Milliardär

2017 könnte das Jahr des ersten Hip-Hop-Milliardärs werden. Dabei war er 2014 schon einmal angekündigt. Damals stand Rapper und Produzent Dr. Dre zur Diskussion.