Schweigen ist kein Gold

Pärchen nach einem Streit

Schweigen ist kein Gold

Mit Geld kaufen wir Produkte und Dienstleistungen. Mit Geld können wir aber auch Macht demonstrieren, Status symbolisieren und Unabhängigkeit vermitteln. Der Wert von Geld geht also weit über nackte Ziffern hinaus. Und er ist sehr individuell geprägt.

Diese Komplexität bietet Nährboden für Stress. Im romantischen Kontext gilt Geld gemeinhin als Streitthema. In einer Umfrage der amerikanischen SunTrust Bank aus dem Jahr 2015 gaben 35% der Teilnehmenden an, Geld sei der Hauptauslöser für Streit in ihrer Liebesbeziehung. 

Fachpersonen raten bereits am Beziehungsanfang zu transparenter Kommunikation in Sachen Geld. Auch wenn es schwer fällt. Die Soziologin Jutta Allmendinger sagte 2008 in einem Interview mit der ZEIT, Geld sei stärker tabuisiert als Sex. Im Rahmen einer Studie befragte sie 1100 Paare zu deren «Geldarrangements».

Entsprechend viel Achtsamkeit und Respekt verlangen Paar-Gespräche über Geld. «Was wäre, wenn...»-Fragen eignen sich für einen lockeren Gesprächseinstieg, rät Allison Kade. Die Journalistin beschäftigt sich in ihren Texten regelmässig mit Finanzthemen und schrieb unter anderem für Bloomberg und Forbes. 

Anschliessend soll es nicht nur um harte Fakten wie etwa die Einnahmen und das Ausgabeverhalten gehen. Ebenso wichtig sind zum Beispiel Fragen nach dem Umgang mit Geld im Elternhaus und wie er die eigene Sicht aufs Thema geprägt hat. Und: Mit nur einem Gespräch ist es nicht getan, schliesslich verändern sich Menschen und damit auch ihre Bedürfnisse und Träume.

Der Autor und Berater Michael Mary rät, «eine Beziehung grundsätzlich vom Ende her zu denken», wenn es ums Geld geht. Auch und vor allem, um abgesichert zu sein. Man müsse wirklich verhandeln, sonst gucke man zum Schluss dumm aus der Wäsche, sagte er in einem Interview mit der NZZ.

Abbildung Wasseroberfläche eines Glücksbrunnens mit Münzen am Grund

Kapitalismus im Herz

Wirtschaft und Liebe haben nicht viel miteinander zu tun. Könnte man meinen. Die israelische Soziologin Eva Illouz sieht das anders.