Schweizer Startup-Boom

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Schweizer Startup-Boom

Experten sind erstaunt: Trotz eines kurzfristigen Einbruchs bei den Firmengründungen im April dieses Jahres werden scheinbar auch mitten in der Corona-Krise weiterhin neue Unternehmen gegründet. Über 33'600 Firmen wurden in den ersten neun Monaten 2020 gegründet – 2.5 Prozent mehr als im vorherigen Rekordjahr 2019. Wie Auswertungen des Institut für Jungunternehmen (IFJ) zeigen, scheinen viele Neugründer ihre Pläne kurzfristig verschoben zu haben, um sie dann kurze Zeit später in die Tat umzusetzen. 

Dem IFJ zu Folge zeigten sich im ersten Halbjahr vor allem deutliche Rückgänge bei Gründungen in den Branchen Land- und Forstwirtschaft, im Grosshandel und – nicht weiter überraschend, angesichts des Lockdowns – im Bereich Kultur. Auch in der Gastronomie gingen die Gründungen zurück. Schon im Juni lag die Zahl der Gründungen schweizweit aber bereits wieder über dem Stand des Vorjahres – 2020 waren es 4’445 im Vergleich zu 3’595.

Die Schweiz ist weltweit eine der führenden Nationen, was die Investments in Startups angeht. Gerade im Bereich von Hochtechnologie oder Medizin sind Startups auf dieses Geld auch angewiesen – sie benötigen Investoren, um die Produkt- oder Marktentwicklung oft über Jahre voranzutreiben, bevor ein Umsatz erwirtschaftet werden kann. 

In der Schweiz scheinen die Finanzierungsmöglichkeiten für junge Unternehmen weiterhin zu bestehen – und das trotz der Corona-Krise. Während die Investments in Nord- und Westeuropa im ersten Halbjahr 2020 zwar um 40 Prozent eingebrochen sind, zeigt sich in Bezug auf die Schweiz ein anderes Bild. Sie planen gemäss einer Umfrage der Hochschule Luzern ihre Investmenttätigkeit trotz Corona fast ungebremst aufrecht zu erhalten.

In der Schweiz gibt es zudem eine Vielzahl von Initiativen, Projekten und Fördervereinen, die junge Unternehmen unterstützen. Dazu gehört etwa die Basler Startup Academy, die dieses Jahr ihr 10-jähriges Bestehen feiert – aber auch viele Unternehmen und Dienstleister haben spezielle Angebote für Startups im Angebot. 

Dazu zählt auch die PostFinance, die neben spezifischen Produkten und  Finanzierungslösungen auch das PFLab und einen eigenen startup space in Zürich betreibt.

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