Smarter Sehen

Eine Linse von Mojo Vision

Smarter Sehen

Augmented Reality ist schon länger nicht nur Tech-Enthusiast*innen ein Begriff:  Computergestützt soll unsere Wahrnehmung erweitert werden – insbesondere unser Sehen. Zusätzliche Daten und Informationen überlagern das, was wir vor unseren Augen haben. Der Suchmaschinengigant Google wollte diesbezüglich vor einigen Jahren mit der smarten Brille Google Glass vorpreschen, stoppte das Projekt aber aufgrund von sehr kritischem Feedback von potentiellen Kund*innen. Gerüchteweise soll nun die Idee aber wieder aufgenommen werden. Die neue Abteilung Google Labs will mit diversen Soft- und Hardware-Projekten und eben auch einer neuen smarten Brille Virtuelles und Reales enger verzahnen. 

Die Konkurrenz ist diesbezüglich jedoch schon einen Schritt weiter – und einige Zentimeter näher am Körper. Das mit 100 Millionen Dollar Startkapital gesegnete kalifornische Startup Mojo Vision kündigte Anfang 2020 an, smarte Kontaktlinsen auf den Markt zu bringen. Eine Kontaktlinse mit hochauflösendem Bildschirm soll den Nutzer*innen Informationen ins Sichtfeld einbetten – Fitnessdaten oder Details zum Gelände zum Beispiel. Die Superkräfte, die diese Linse den Träger*innen laut dem Unternehmen verleihen soll, würden gemäss den Plänen des Unternehmens zuerst Personen zukommen, die Sehschwächen hätten. Aber dann wolle man einen breiteren Markt anvisieren.     

Das letztere Ziel scheint nun in den Vordergrund zu rücken. Videos des Herstellers zeigen, wie die Linsen im Alltag von jedermensch eingesetzt werden können – etwa beim Workout, wo Fitnessdaten eingeblendet werden, oder auf Städtetrips mit Übersetzungen, die auf der Linse aufscheinen. Zudem kooperiert Mojo Vision mit dem Disney-Konzern. Die Linse soll nicht nur bei den Freizeitparks des Entertainment-Konzern zum Einsatz kommen, sondern den Moderator*innen der Fernsehsendern ABC News und Star India – zwei Disney-Töchter – den jeweiligen Teleprompter mehr oder minder direkt aufs Auge drücken. 

Hinzu kommen jetzt auch Partnerschaften mit namhaften Sportmarken wie Adidas. Mojo Vision sieht gerade bei Profi-Sportler*innen grosses Potential: Im Vergleich zu anderen smarten Devices und Wearables wie Smart Watches, sollen die Linsen weniger von der eigentlichen sportlichen Aktivität ablenken. Diese Überlegungen scheinen zumindest bei den Investor*innen gut anzukommen – denn wie das Unternehmen bekannt gab, konnte es noch einmal 45 Millionen Dollar an Kapital einsammeln. Für den Marktantritt, der noch aussteht, muss es jetzt jedoch zunächst mit Bewilligungen klappen: Das Produkt wird zuerst von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA geprüft.

Bild: Mojo Vision

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