Nichts für die Nachwelt

Abbildung Tablet mit Snapchat-Logo

Nichts für die Nachwelt

Foto-Apps leben von Filtern, die das Abgebildete verschönern. Wer will sich schon unperfekt der Öffentlichkeit präsentieren? Keiner, könnte man meinen. Snapchat beweist das Gegenteil. 100 Millionen Menschen nutzen die App täglich. Tendenz steigend.

Snapchat funktioniert wie eine Art Tagebuch. User können Bilder und kurze Videos teilen, die sich nach einer Weile selbst löschen. Man baut keinen chronologischen Feed auf, wie etwa auf Instagram. Und vermutlich ist genau dieser Funktion der Erfolg der Foto-App geschuldet.

Die App wolle sich nicht an unrealistischen Auffassungen von Schönheit oder Perfektion orientieren, sondern den Raum bieten, so zu sein, wie man sich gerade fühlt, schreibt Evan Spiegel in einem Blogpost von Snapchat im Mai 2012. Er und Robert Murphy, die beiden Gründer, haben damit offenbar einen Nerv der Zeit getroffen.

Im Jahr 2011 enterte Snapchat den Markt. Image removed. Die jährliche Wachstumsrate beträgt gemäss Forbes satte 50 Prozent. Man geht davon aus, dass der Jahresumsatz 2016 rund 350 Millionen Dollar betragen wird, 2017 soll gemäss Schätzungen noch rosiger werden und sich nahe der Milliarden-Grenze bewegen.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg wollte Snapchat zweimal aufkaufen. Erfolglos. Das letzte Angebot unterbreitete er 2013. Zuckerberg wäre damals bereit gewesen, 3 Milliarden US-Dollar hinzublättern.