Snapchat-Gesicht dank Schönheits-OP

Eine Schönheitsoperation am Gesicht

Snapchat-Gesicht dank Schönheits-OP

Der Schönheit mithilfe ärztlicher Unterstützung nachzuhelfen, liegt seit Jahren im Trend. Gemäss der Internationalen Gesellschaft für ästhetische und plastische Chirurgie (ISAPS) haben sich 2017 über 23 Millionen Personen chirurgischen und nicht-chirurgischen Schönheitsoperationen unterzogen – das sind 66% mehr als 2010. 

Am häufigsten lassen sich die Patientinnen und Patienten Fett absaugen, an zweiter Stelle steht die Brustvergrösserung. Gut drei Viertel der Schönheitsoperationen lassen Frauen vornehmen, aber die Eingriffe bei Männern nehmen zu. Laut Market Research Future wird der gesamte Markt bis 2023 knapp 22 Milliarden US-Dollar Umsatz abwerfen.

Fettabsaugung und Brustvergrösserung sollen auch bei der Schweizer Bevölkerung die beliebtesten Eingriffe sein, obwohl offizielle Erhebungen fehlen. Die Schätzungen zur Anzahl jährlicher Schönheitsoperationen in der Schweiz bewegen sich zwischen 60’000 und 100’000. 

Ein neuerer Trend in der ästhetischen Chirurgie heisst Labioplastik. Gemeint sind Operationen an den Schamlippen, am häufigsten werden die inneren Schamlippen verkleinert. Die ISAPS zählte 2016 weltweit 138’000 solcher Eingriffe, was einer Zunahme von 45% zum Vorjahr entspricht. Als mögliche Treiber werden soziale Medien und die Pornoindustrie genannt.

Schweizer Schönheitschirurgen stellten letztes Jahr eine 20%-Zunahme von nicht-operativen Behandlungen fest. Dazu zählt beispielsweise das Aufspritzen der Lippen, das bis zu 1’000 Franken kostet. Die Kosten trägt der Patient oder die Patientin in der Regel selber, genauso bei chirurgischen Eingriffen wie etwa einer Brustvergrösserung. Hier liegen die Kosten zwischen 5’000 und 10’000 Franken.

In der Schweiz sind Schönheitsoperationen – anders als in der EU – bereits ab 16 Jahren möglich, sofern die Eltern zustimmen. Das Schweizer Fernsehen hat zu Beginn des Jahres eine 16-Jährige Schweizerin porträtiert, die sich die Lippen hat aufspritzen lassen. Kostenlos, da sie für die ausführende Praxis auf ihrem Instagram-Profil Werbung macht. Als nächstes will Melody Gram, wie sie sich nennt, die Brüste vergrössern lassen.

Mit diesem Wunsch steht die 16-Jährige nicht alleine da. Weltweit sprechen Ärztinnen und Ärzte davon, dass sich immer mehr jüngere Personen unters Messer legen. Als Inspiration für mögliche Eingriffe dienen unter anderem Filter von sozialen Netzwerken wie Snapchat und Apps wie Facetune. In Amerika sollen 55% der Schönheitschirurgen schon Erfahrungen mit Patienten gemacht haben, die wie auf einem bearbeiteten Selfie aussehen wollten.

Schon mal daran gedacht, sich durch eine Operation verschönern zu lassen?

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