Solarenergie – auch ohne Sonne?

Leicht bewölkter Himmel mit Sonne

Solarenergie – auch ohne Sonne?

Die erneuerbaren Energien und allen voran die Solarenergie entwickeln sich global auch zum Motor für neue Jobs – insbesondere in Asien. Der frühere Weltmarktführer Deutschland wurde inzwischen abgelöst von asiatischen Ländern. Von 4,6 Millionen Arbeitsplätzen des Sektors entfallen zwar die meisten auf China – aber auch andere Ländern wie Vietnam oder Malaysia holen auf. 

Ebenfalls aus dem asiatischen Raum soll nun die neuste Innovation in der erneuerbaren Energie stammen. Der philippinische Student Carvey Ehren Maigue will mit dem Projekt AuREUS eine Lösung gefunden haben, die Solartechnologie unabhängig von den Wetterbedingungen einsetzbar macht. AuREUS (ein Kürzel für «Aurora Renewable Energy and UV Sequestration) setzt auf organische Leuchtpartikel, die UV-Licht absorbieren und sie in Licht umwandeln können sowie auf einen Solarfilm, der dieses Licht in Energie übersetzt.

Der Erfinder vergleicht den Prozess mit der menschlichen Atmung: Wie wir Menschen Sauerstoff einatmen und Kohlendioxid ausstossen würden, so würden seine neuen Panels ultraviolettes Licht aufnehmen und sichtbares Licht abgeben. Maigue’s Kunstharz-Platten könnten künftig für Fenster, Wände oder andere Materialien an Aussenfassaden von Gebäuden verwendet werden und damit die bestehenden Solarpanelen auf Dächern längerfristig ergänzen oder gar ersetzen. Geprüft wird derzeit auch, ob sich das Material eventuell gar auch an Autos, an Booten oder an Flugzeugen anbringen liesse.

Carvey Ehren Maigue mit seinem neuartigen Solarpanel

Der 27-jährige Maigue hat – aus einem Feld von 1800 Teilnehmer*innen – den begehrten James-Dyson-Award für sein Projekt erhalten. Der erstmals verliehene Nachhaltigkeitspreis, den er erhalten hat, zeichnete insbesondere die Tatsache aus, dass Aureus verrottetes Gemüse und Obst für sein Material verwendet.

Die vielseitige Verwendbarkeit, die ökologisch sinnvolle Verwertung von Ernteabfällen und das Potential für eine effizientere Solarenergie – das klingt nach einer vielversprechenden Innovation mit immensen Marktchancen. Maigue möchte dementsprechend möglichst schnell mit seinem Projekt an den Markt gehen und parallel dazu weiter an zusätzlichen Möglichkeiten forschen. Er wird dafür allerdings sicher weitere Investor*innen brauchen – mit dem Preisgeld des Awards (CHF 37'000.–) allein dürfte er diese grossen Aufgaben nicht bewältigen können. Ob sich nach dem Erhalt des Preises schon erste Interessent*innen gemeldet haben ist nicht bekannt.

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