Spielend Tycoon werden

Titelbild des Games «Empire of Sin»

Spielend Tycoon werden

Für diejenigen, die sich nicht gerade frisch für ein Wirtschaftsstudium eingeschrieben haben oder aufgrund der unsicheren Marktlage zögern, das eigene Unternehmen zu gründen, haben wir eine Alternative. Hier sind fünf Spiele rund um Wirtschaftskreisläufe, Handel und Geld.

 

Port Royale 4

Das nach der berühmten jamaikanischen Hafenstadt benannte Computerspiel «Port Royale 4» setzt eine Serie fort, die seit 2002 besteht. Wie bei den Vorgängern steht auch bei der neuesten Auflage die Kernaufgabe darin, in der Karibik des 16. Jahrhunderts mit Waren zu handeln. Die entsprechenden Preise werden im Spiel dynamisch berechnet: Angebot und Nachfrage, aber auch Naturereignisse wie Stürme oder Überfälle durch Piraten bestimmen, ob gewisse Ressourcen teurer oder günstiger werden. Nur wer alle diese Elemente kennt und beherrscht, kann erfolgreich handeln – etwa mit Bananen. Imposante Seeschlachten und der Aufbau von Städten ergänzen das grafisch ansprechend gestaltete Spiel.

Laut ersten Rezensionen auf der Basis der derzeit verfügbaren Beta-Version soll das Spiel einen guten Einstieg in Wirtschaftssimulationen darstellen und bietet in Sachen Detailgrad der ökonomischen Simulation um einiges mehr als vergleichbare Strategiespiele wie etwa Anno 1800. «Port Royale 4» erscheint diesen Herbst sowohl für den PC als auch für die Playstation 4, die Xbox One und Nintendo Switch.

 

Empire of Sin 

Das Strategiespiel im Noir-Stil spielt im Chicago der 1920er Jahre – während der sogenannten Prohibition in den USA, in der bis 1933 ein landesweites Alkoholverbot galt, das den Schmuggel nachhaltig beförderte und Gangster wie Al Capone berühmt und berüchtigt machten. In «Empire of Sin» betreibt man als aufstrebender Mafiaboss Casinos, Brauereien, Bordelle und so genannte "Speakeasys" – illegale Kneipen oder Clubs, in denen alkoholische Getränke trotz Verbot ausgeschenkt wurden. Mit dem verdienten Geld baut man sein kriminelles Imperium auf und aus, heuert neue Gehilfen an, schlägt sich mit der Konkurrenz herum, schmiedet Allianzen und schmiert die Polizei. Laut der Entwicklerin des Spiels, Brenda Romero ist nicht zuletzt auch darauf zu achten, dass sich die Mannschaft in den eigenen Etablissements keine Geschlechtskrankheiten einfängt.

 

«Empire of Sin» war eigentlich für das Frühjahr 2020 angekündigt, lässt nun aber schon länger auf sich warten. Es soll nun im Herbst für den PC erscheinen.

 

Animal Crossing: New Horizons

Völlig anders als «Empire of Sin» präsentiert sich dagegen «Animal Crossing: New Horizons», das im vergangenen März für Nintendo Switch erschienen ist und bereits im ersten Monat fünf Millionen begeisterte Spieler*innen gefunden hat. Hier baut man sich auf einer Insel ein Zuhause und lebt dann ein sanftes, kontemplatives Leben. Fischen, Unkraut jäten, basteln, die Wohnung einrichten – das sind die Aufgaben. Mit den so genannten Nook-Meilen hat das Spiel eine eigene Währung, die man sich mit dem Pflanzen von Blumen, dem Fischen oder dem Fällen von Bäumen im Spiel erarbeitet. Man kann weder sterben noch finanziell zu Grunde gehen. Für viele ist das derzeit wohl eine willkommene Abwechslung und wohl mit ein Grund für den Erfolg des Spiels.

 

Game Dev Tycoon

2012 für den Computer erschienen, ist die kultige Spielentwickler-Simulation seit 2017 auch für das Smartphone erhältlich. Es gilt, dem Thema gemäss, zunächst aus der eigenen Garage heraus erfolgreiche Games zu entwickeln. Das Spiel startet in den 1980er-Jahren und folgt der realen technologischen Entwicklungen – mit Personal Computern, Konsolen und schliesslich Smartphones. Die Spielerin muss innerhalb von drei Entwicklungsphasen Ressourcen schlau einteilen und die besten Entwickler einstellen. Nach jedem Release sind die Verkaufszahlen und Bewertungen als Feedback zu berücksichtigen, um das nächste Spiel zu verbessern. Die rund siebenstündige Story bietet ausreichend Spielspass für unterwegs. Game Dev Tycoon ist im iOS Appstore oder bei Google Play für fünf Franken erhältlich.

 

Prêt-à-Porter 

Schliesslich noch ein Tipp für ein Spiel jenseits von Bildschirmen: «Prêt-à-Porter» ist ein Gesellschaftsspiel, das 2010 erschienen ist und 2019 bereits bei der dritten Auflage angelangt ist. Die zwei bis vier Mitspieler*innen haben die Aufgabe, eine Modenschau zu organisieren und die dafür nötigen Ressourcen – Lokalität, Mitarbeiter*innen usw. strategisch richtig zu nutzen. Innerhalb eines in vier Quartale unterteilten Geschäftsjahres müssen Verträge abgeschlossen, Kosten kalkuliert, Kredite aufgenommen und abbezahlt werden. Bei einem Versagen droht schnell der finanzielle Ruin – cleveres Handeln und Werben, die richtige Personalpolitik und der gewinnbringende Verkauf der Ware sind zwingend. Kostenpunkt: Um die 50 CHF im Fachhandel.

Bildcollage von den vorgestellten Themen

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