Spotify will mehr vom Audio-Kuchen

Ein Smartphone mit der Greenroom App

Spotify will mehr vom Audio-Kuchen

Clubhouse, Clubhouse, Clubhouse – Anfang 2021 war kein Herumkommen um die App, in denen User*innen in virtuelle Räume eintreten und Live-Konversationen zuhören und/oder an Talks teilnehmen können. Dass die App bis im Juli nur auf Einladung genutzt werden konnte, heizte den Hype um die Social-Audio-Plattform zusätzlich an. 

Nun ist Spotify nachgezogen und hat im Juni Greenroom gelaunched. Dabei handelt es sich um eine von Spotify separierte App, die jedoch mit dem Spotify-Login genutzt werden kann. Wie bei Clubhouse geht es um Live-Unterhaltungen, User*innen können Interessen angeben und über einen integrierten Kalender interessante Talks auf dem Radar behalten.

Dem Launch ging die Übernahme einer anderen Plattform voraus. Spotify kaufte im März Betty Labs, dem die App Locker Room gehörte. Auch bei Locker Room war Audio das Format der Stunde, der inhaltliche Fokus lag aber auf Sport. Wie viel Spotify für den Deal ausgab, ist nicht bekannt. Der Kauf werde den Einstieg in den Live-Audio-Bereich beschleunigen, hiess es in einer Mitteilung.

Gustav Söderström, Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Spotify, träumt von «hunderten von Millionen von Zuhörer*innen». Das dauert wohl noch etwas. Laut der Analyse-Firma Sensor Tower wurde Greenroom bis im Juli für iOS-Geräte knapp 150’000 mal heruntergeladen, für Android gibt es keine Zahlen. 

Aber kurzfristige Erfolge sind wohl sowieso nicht Spotifys Ziel. Das Unternehmen arbeitet nämlich seit einiger Zeit konstant daran, über den Musik-Tellerrand zu gucken. Audio sei die Zukunft von Spotify, nicht nur Musik, machte Spotify-CEO und -Gründer Daniel Ek Anfang 2019 in einem Blog-Post klar.

Spotify kaufte denn in der jüngeren Vergangenheit auch einige Unternehmen, um sich für die Audio-Zukunft zu rüsten. Alleine 2019 gab Spotify 500 Millionen US-Dollar dafür aus. Zu den bisher erworbenen Unternehmen gehören die Podcast-Produktionsfirma Gimlet, die Podcast-Software Anchor und Podz, eine Plattform zum Finden relevanter Podcasts. 

Dieses Audio-Universum, das bei Spotify gerade entsteht, soll auch für Creators und Werbende lukrativ sein. Content-Hersteller*innen von Greenroom können zum Beispiel mithilfe des Greenroom Creator Funds Geld verdienen. Eine weitere Möglichkeit bieten Podcasts: Aus den Greenroom-Talks lassen sich nämlich auch Podcasts herstellen, die wiederum über Anchor nur für Abonnenten zugänglich gemacht werden und schliesslich über Spotify (und andere Plattformen) publiziert werden können.

Bild von der New York Stock Exchange mit einer Spotify-Flagge

Der eigenartige Börsengang von Spotify

Spotify könnte schon bald an der Börse in New York gehandelt werden. Das sparsame Vorgehen des schwedischen Unternehmens macht die Schätzung des Aktienpreises allerdings schwierig.