Sprung in die Freiheit

Foto eines Grenzflüchtigen beim Sprung über Stacheldraht

Sprung in die Freiheit

Nach dem Zweiten Weltkrieg teilten die konkurrenzierenden alliierten Kräfte Berlin in vier Besatzungszonen. Das Leben in den verschiedenen Zonen war sehr unterschiedlich und so flüchteten von 1949 bis 1961 an die 2.5 Millionen Ostdeutsche aus dem sowjetischen Sektor, auf der Suche nach Freiheit. Um den Flüchtlingsstrom zu bremsen, veranlasste Walter Ulbricht 1961 den Bau der Berliner Mauer, zunächst bestehend aus Betonblöcken und Stacheldraht.

Kurze Zeit später erhielt der Pressefotograf Peter Leibing den Tipp, dass es zu einer Desertion – also Fahnenflucht – kommen könnte. Er und weitere Kameraleute versammelten sich und beobachteten, wie eine Gruppe Westberliner den 19-jährigen DDR-Grenzsoldaten Conrad Schumann zur Grenzüberquerung aufforderten. Schuman, der später sagte, er habe nicht in einer verschlossenen Welt leben wollen, rannte plötzlich auf die Barrikade zu.

Schumann liess den Stacheldraht sowie sein Gewehr hinter sich. Leibings Foto ging mit dem Namen «Sprung in die Freiheit» um die Welt und Schumann wurde zum Vorbild von ganzen Generationen, welche sich die Freiheit wünschten. Gleichzeitig unterstützte dies das Bestreben der DDR, eine permanente Mauer zu bauen. Die Kosten für die Konstruktion sollten sich später auf umgerechnet eine Milliarde Franken belaufen.

Erst mit dem Mauerfall am 9. November 1989 fühlte sich Schumann wirklich frei und zögerte auch dann noch, seine Familie in der Heimat zu besuchen, da er sich vor Reibereien mit ehemaligen Kollegen fürchtete. Sein unverhoffter Status als Freiheitssymbol und die damit verbundene öffentliche Aufmerksamkeit sollten ihn sein Leben lang belasten, weshalb er sich 1998 das Leben nahm.

Foto von Peter Leibing, das Conrad Schumann beim Sprung über den Stacheldraht zeigt.
Collage von Ziegelstein , Taschenrechner, Sparschwein, gefülltem Münzglas

Was kostet eigentlich eine Mauer?

Mauern wurden schon immer gebaut, um das eigene Land anscheinend vor Bedrohungen zu schützen. In China, Berlin, Israel und derzeit: Trumps versprochene Mauer zwischen den USA und Mexiko. Aber was kosten sie?