Theorien rund um den «Superdollar»

Abbildung Nahaufnahme 100-Dollar-Schein

Theorien rund um den «Superdollar»

Zunächst erfolgreich als Modeunternehmer ist der Kölner Grafiker Hans-Jürgen Kuhl gegen Ende der 1980er-Jahre in finanzielle Schieflage geraten. Geholfen hat er sich mit der Herstellung von Falschgeld.

Bei seiner Festnahme im Jahr 2007 wurden in der Wohnung und Druckwerkstatt von Kuhl 16,5 Millionen US-Dollar beschlagnahmt. Bis heute ist das der dritthöchste Betrag von gefälschten Dollarnoten, der je registriert wurde.

Während Kuhl zu Beginn aus einer «Notlage» heraus agierte, um seinen persönlichen Wohlstand zu sichern, kann das Fälschen von Devisen auch andere, politisch-kriegerische Hintergründe haben.

Zum Beispiel wollten die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg mit der «Operation Bernhard» den britischen Währungsraum destabilisieren, indem sie massenweise gefälschte Pfundnoten in Umlauf gebracht hätten, um so eine extreme Inflation herbeizuführen.

Das Vorhaben scheiterte schlussendlich, weil in den eigenen Kreisen die Fachkräfte fehlten und zur Kooperation gezwungene KZ-Häftlinge mit Grafiker-, Drucker- oder gar Fälschervergangenheit die Produktion künstlich verzögerten.

Was den Deutschen am Ende nicht gelungen war, wollten die Nordkoreaner – so die Legende – gegen die USA fertigbringen. Als die US-Geheimdienste Mitte der 1990er-Jahre fast perfekte 100-Dollar-Schein-Kopien ausmachten, lautete das Fazit einer Untersuchung, dass die «Superdollars» aus dem Office 39 stammen müssen – einer geheimen Einrichtung der nordkoreanischen Regierung.

Nordkorea streitet die Vorwürfe bis heute als westliche Propaganda ab. Eine Gruppe von Fälschungsexperten untermauert die Zurückweisungen der nordkoreanischen Führung. Sie argumentieren, dass nur der US-amerikanische Auslandsgeheimdienst, die CIA, in der Lage sei, entsprechende Kosten, Material und Produktionsmittel aufzubringen, um solche nahezu perfekten Blüten herzustellen.

Warum die CIA die eigene Volkswirtschaft sabotieren sollte? Tut sie nicht – zumindest nicht gezielt. Die Theorie endet nämlich damit, dass der Geheimdienst mit falschem, nicht rückverfolgbarem Geld verdeckte Operationen im Ausland finanziert.

Abbildung gefälschter 100-Dollar-Schein
Konzentrationslager Oranienburg

Und keiner hat es gemerkt

Während des Zweiten Weltkrieges gab es im Konzentrationslager Oranienburg eine eigene Währung. Der Grafiker, der das Lagergeld entwerfen musste, wechselte auf einer Note einen Buchstaben aus, was ihn das Leben hätte kosten können.