Tipp: Dreckige Geschäfte in Serie

Benjamin Franklin auf der Einhundert-Dollar-Note mit verbundenen Augen

Tipp: Dreckige Geschäfte in Serie

Tricksereien, Abzocke, Betrug, Bestechung: Die Netflix-Serie «Dirty Money – Geld regiert die Welt» zeigt die unzimperlichen und fragwürdigen Geschäftsmethoden von Leuten, die es mit der Moral und teilweise auch dem Gesetz nicht so genau nehmen. Die Show zeigt was passiert, wenn der Kapitalismus Amok läuft – und welche Folgen das haben kann.  

Die erste Staffel, die 2018 veröffentlicht wurde, folgte etwa dem amerikanischen Autorennfahrer Scott Tucker, der mit Wucherzinsen und komplizierten Kreditverträgen seine Kunden ausnahm, um damit auf grossem Fuss zu leben. 

Oder sie beleuchtete die Praktiken des kanadischen Pharmakonzerns Valeant, der im Gegensatz zu anderen Branchenvertretern nicht in die Entwicklung neuer Medikamente investiert hat, sondern die entsprechenden Ausgaben senkte, um anderen Firmen aufzukaufen. Nach der Übernahme wurden dann die Preise massiv erhöht – zum Beispiel beim Medikament Daraprim, das bei immunschwachen Patienten und AIDS-Kranken eingesetzt wird, um 5500 Prozent. Und das über Nacht.

Auch die neue Staffel versammelt einen Stab von Anti-Helden und Raubtierkapitalisten. Nachdem die Firmenpleiten von US-Präsident Donald Trump in der letzten Folge der ersten Staffel thematisiert wurden, bekommt nun sein Schwiegersohn und Berater Jared Kushner sein Fett weg. 

Dieser hatte von seinem Vater Charles, der aufgrund eines Erpressungsversuchs mit Sex-Tapes 2005 ins Gefängnis kam, die Immobilienfirma Kushner Companies übernommen. Wie die mit «Slumlord Millionaire» betitelte Folge zeigt, fällt das Unternehmen mit schmutzigen Geschäftspraktiken auf, vermietet Wohnungen ohne die nötigen Papiere zu haben und terrorisiert widerständige Mieter*innen mit nächtelangen Handwerker-Einsätzen. 

Seit Kushner zudem als Berater im Weissen Haus tätig ist, mehren sich auch die Indizien, dass er sein Amt dazu benutzt, lukrative Deals mit Investoren herauszuschlagen. Solche Vorwürfe stehen schon länger im Raum – die Serie verdeutlicht sie nun glaubhaft und nachvollziehbar.   

Neben Kushner widmet sich die zweite Staffel von «Dirty Money» auch dem Skandal um den ehemaligen malaysischen Premier Najib Razak. Sie zeigt auf, wie Drogengelder mit illegal abgebauten Gold gewaschen werden – oder wie sich die Bewohner*innen einer texanischen Kleinstadt gegen eine Plastik-Firma wehren. 

Wer derzeit so oder so viel Zeit zu Hause verbringt, dem sei die Serie ans Herz gelegt – mit der Hoffnung, dass das Geschäftsgebahren, das sie offenbart, hoffentlich bald der Vergangenheit angehört.

Bild der Homepage von Netflix auf einem Laptop

Geldgeschichten auf Netflix

Gut oder nicht: Geld hat in jeder modernen Gesellschaft eine elementare Funktion. Doch es ist nicht nur Tauschmittel und Wertspeicher, sondern auch Stoff für Geschichten. Die folgenden Netflix-Produktionen sind es wert.