Trinkwasser = Zement = weniger CO2

Foto einer Betonbrücke

Trinkwasser = Zement = weniger CO2

Denkt man an Klimakiller, fällt einem ziemlich schnell der Flugverkehr ein. Tatsächlich zeichnet sich die Zementindustrie jährlich für mehr CO2-Emissionen verantwortlich als der weltweite Flugverkehr. Fünf bis acht Prozent des Kohlendioxids entsteht bei der Herstellung des Baumaterials. Und der CO2-Ausstoss ist nicht der einzige umweltbelastende Aspekt des Gewinnungsprozesses.

Um Zement herzustellen, muss Kalkstein abgebaut werden. Dieser wird vermahlen und getrocknet. Anschliessend erhitzt man das Mehl – in der Regel mit fossilen Brennstoffen wie Öl und Kohle – auf bis zu 1500 Grad Celsius, um Zementklinker zu erhalten. Nach dem Brennprozess wiederum muss der gewonnene Zementklinker runtergekühlt werden. Eine Tonne Klinker bedeutet 800 Kilogramm CO2-Emissionen.

Der Zement dient später häufig als Bindemittel für Beton. Um Beton herzustellen, wird zusätzlich Sand, Kies und Wasser benötigt. Auch diese Materialgewinnung strapaziert die Umwelt: Neun Prozent des jährlichen, industriellen Wasserverbrauchs gehen zulasten der Betonherstellung.

2017 wurden weltweit 4.1 Milliarden Tonnen Zement produziert, bis 2030 sollen es knapp 5 Milliarden Tonnen pro Jahr werden. Das ist ein 30facher Anstieg im Vergleich zu 1950. China nutzt das Material besonders intensiv. Zwischen 2011 und 2013 hat die ostasiatische Volksrepublik mehr Zement verbraucht als Amerika während des gesamten 20. Jahrhunderts.

Um das Pariser Klimaschutzabkommen zu erreichen, müssen die Zement-Emissionen bis 2030 um 16% gesenkt werden. Herstellerfirmen sind bereits daran – auch aufgrund politischen Drucks –, den Gewinnungsprozess ressourcenschonender zu gestalten. Beispielsweise indem alternative Brennstoffe wie Altöl oder Kunststoffabfälle verwendet werden.

Ebenfalls sind Bestrebungen in Gange, Zement-Alternativen zu entwickeln. Ein Team der New York University Abu Dhabi forscht daran, Abfallprodukte der Trinkwasseraufbereitung zur Betonherstellung zu nutzen. Statt die Lake zurückzuführen und damit Salzgehalte der Gewässer respektive Ökosysteme zu verändern, könnte das Material künftig zur Betonherstellung genutzt werden.

Auch an der Veränderung des Betons selber wird getüftelt, unter anderem mit Hilfe der Nanotechnologie, sodass für die Herstellung weniger Zement nötig ist. Und wer weiss, vielleicht wird in ferner Zukunft gar kein Beton mehr verbaut: Mit dem 3D-Druckverfahren beispielsweise können bereits jetzt 40% Beton eingespart werden.

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