Verschwörungspandemie

Diverse Medikamente in Fläschchen

Verschwörungspandemie

In der turbulenten Zeit, in der wir uns befinden, läuft die Gerüchteküche heiss und vermehren sich die Verschwörungstheorien. Wahlweise ist das Corona-Virus für Skeptiker dann einerseits eine weitere Grippe oder aber eine Erfindung von dunklen Mächten, die mit allerlei teuflischen Plänen letztlich die Menschheit versklaven wollen. 

Einer der Profiteure der Krise sei Microsoft-Gründer Bill Gates. Dessen Engagement im Gesundheitsbereich gerade in der dritten Welt wird zur Masche degradiert. Die mit dem Einsatz der eigenen Stiftung und des eigenen Geldes finanzierten Forschungsprogramme seien nur das Vorspiel zum allgemeinen Impfzwang.

Gerade Gates scheint jedoch eher zu den Verlierern der Krise zu gehören. Es heisst, der US-Milliardär habe in den vergangenen zwei Monaten um die 15 Milliarden Dollar an Vermögen eingebüsst. 

Auch die viel kritisierte Pharma-Branche profitiert nicht durchs Band und investiert zudem grosse Summen in die Entwicklung von Impfstoffen und Heilmitteln, die sich nicht zwangsläufig auszahlen. Zu den Gewinnern gehört jedoch sicher der Schweizer Pharma-Riese Roche, der unter anderem dank der Zulassung seiner Tests mit hohen Einnahmen rechnen kann.

Auch die IT-Branche scheint trotz des notgedrungenen Digitalisierungsschubs nicht durchs Band profitiert zu haben. Zwar haben Unternehmen wie Zoom dank Home-Office und Co. massive Gewinne verbuchen können: Sagenhafte 3300 Prozent mehr Gewinn hat der Telekommunikationsdienst laut Medienberichten im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen können. Wie Experten betonen, haben IT-Dienstleister in von der Krise betroffenen Branchen – etwa Tourismus und Veranstaltungen – allerdings stark gelitten. Das Bild ist also nicht überall so rosig. 

Von der Corona-Krise zu profitieren versucht, haben aber in den letzten Wochen auch haufenweise Private. Nachdem die Tagespresse über Studienergebnisse berichtete, nach denen ein Schweizer Naturheilmittel im Rahmen von In-Vitro-Versuchen eine Wirkung gegen das Virus entfaltet habe, brach ein veritabler Hype um das Produkt aus und die Verkäufe schossen durch die Decke.

Angesichts des Ansturms rationierten Apotheken das vermeintliche Heilmittel teilweise. Auf Online-Handelsplattformen wie Ricardo und Tutti verlangten Verkäufer anscheinend bis zu 90 Franken für Tropfen des Präparats – ein Vielfaches des regulären Handelspreises. 

Inzwischen ruderte das Labor in Spiez, dass die Studie verantwortete, über Twitter zurück und betonte, dass die Versuchsanordnung nicht belege, dass das Mittel bei Menschen wirke. Misstrauisch macht einen zudem etwas, dass die Studie teilweise vom Hersteller finanziert wurde und zwei Mitarbeitende der Firma an der Untersuchung beteiligt waren. 

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