Virtuelle Live-Events

Screenshot aus der Performance von Travis Scott in Fortnite

Virtuelle Live-Events

Corona hat für massive Einbrüche in der Event-Branche gesorgt. Zig Festivals, Messen und andere Grossveranstaltungen fanden dieses Jahr nicht statt. Nicht alle Veranstalter haben sich mit einer Absage zufrieden gegeben – einige haben ihren Besucher*innen mehr oder weniger erfolgreich digitale beziehungsweise virtuelle Alternativen geboten.

Eines der erfolgreichsten und ästhetisch interessantesten Beispiele war sicher das virtuelle Showcase des US-Rappers Travis Scott, der für das Online-Videospiel Fortnite eine Show konstruierte, die sein abgesagtes Konzert am Coachella-Festival ersetzen sollte. 

12 Millionen Zuschauer*innen sahen sich das gigantische Event online im Game an, zahlreiche Streamer*innen übertrugen es zudem auf weiteren Plattformen. Diese «Performance» war alles andere als ein klassisches Konzert – vielmehr wurde ein Hologram des Rappers in einer sich stetig wandelnden, virtuellen Umgebung platziert, was ein neues Musikerlebnis per se darstellte, dem über die Pandemie hinaus eine Zukunft beschert sein dürfte.

 

Hier ist ein ergänzendes Video von einer externen Quelle eingebettet.

Auch Festivals haben mit virtuellen Formaten experimentiert. Das legendäre Burning Man etwa, das normalerweise in der Black Rock Wüste im US-Bundesstaat Nevada stattfindet. Seinen Kult-artigen Reiz gewinnt das bereits seit 1991 dort stattfindende Grossevent vor allem auch aufgrund der skurril-absurden, temporären Infrastruktur und den ebenso phantasievollen Gestalten, die sich auf dem Gelände tummeln.

2020 fand das Festival online statt – als volldigitales Event in acht verschiedenen, virtuellen Umgebungen. Verschiedene bekannte Fixpunkte, Fahrzeuge und Gebäude wurden in VR übersetzt. Das Konzept scheint Burning Man-Fans überzeugt zu haben, die zunächst noch eher skeptisch waren, was die diesjährige, virtuelle Ausgabe betraf. Ist das also die Zukunft?

Die vorläufige Antwort lautet wohl: Jein. Experten aus der Event-Branche sehen eher so genannte hybride Veranstaltungen als erfolgsversprechende Strategie: Events also, die einerseits im realen Raum mit vor Ort anwesenden Teilnehmenden stattfinden und andererseits über Streaming oder ergänzende virtuelle Formate auch übertragen werden. Geringere Kosten, weniger Emissionen durch anreisende Gäste und eine zumindest potentiell grössere Reichweite – das sind die möglichen Vorteile.

Ob sich die Kompromisslösung zwischen virtuell und real jedoch bewährt, muss sich noch zeigen. Vielleicht ist die radikale Variante à la Travis Scott – den Event als solches musikalisch und visuell komplett neu zu erfinden – dann schlussendlich doch die nachhaltigere. Fortnite will auf jeden Fall künftig noch vermehrt derlei Konzerte anbieten, wie die Verantwortlichen unlängst bekannt gegeben haben.

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