Volle Staatskassen statt weisse Westen

Foto eines Maschinengewehrs

Volle Staatskassen statt weisse Westen

Das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) veröffentlicht regelmässig Zahlen über die Rüstungsindustrie. Der letzte Bericht zu nationalen und internationalen Waffenverkäufen zeigt eine deutliche Tendenz: Die Waffenverkäufe der 100 umsatzstärksten Firmen beliefen sich 2017 auf insgesamt 398.2 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 2.5% im Vergleich zum Vorjahr. Es ist die dritte Umsatzsteigerung in Folge.

Die USA spielt ganz vorne mit. 42 der erwähnten 100 Firmen sind amerikanische Unternehmen, auf sie entfallen 57% des Top-100-Umsatzkuchens oder 226.6 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 2% verglichen zu 2016. Insgesamt belief sich der amerikanische Anteil weltweit exportierter Waffen zwischen 2013 und 2017 auf 34%. 98 Staaten hat die USA während dieser Zeitspanne mit Waffen beliefert.

2017 wurden weltweit 1.73 Billionen US-Dollar respektive 2.2% des weltweiten Bruttoinlandsproduktes für Rüstung und Militär ausgegeben. Auch hier mischt Amerika ganz vorne mit: 610 Milliarden US-Dollar hat die USA 2017 in seine Verteidigung investiert. Die Länder auf Platz 2 bis 8 kommen zusammengezählt auf denselben Betrag an Militärausgaben.

Die USA beliefert hauptsächlich den krisengeschüttelten Nahen Osten mit Waffen. Zwischen 2013 und 2017 landeten 50% der amerikanischen Export-Ware in Nahost-Staaten. Seit 2008 haben die Waffenimporte in dieser Region um 103% zugenommen, in Saudi-Arabien sogar um 225% – unter anderem aufgrund der Bürgerkriege in Syrien und im Jemen.

Andere Staaten, darunter auch die Schweiz, verkaufen ebenfalls Militär- und Rüstungsgüter in den Nahen Osten. Aufgrund des öffentlichen Drucks verhängen Lieferstaaten immer mal wieder Sanktionen oder rufen zu Waffenembargos auf.

Zuletzt entfachte die Diskussion um Waffengeschäfte mit Krisenregionen nach der Tötung des Journalisten Jamal Ahmad Khashoggi in Saudi-Arabien. Doch kaum ein Staat stoppte nach dem Regimekritiker-Mord konsequent seine Lieferungen. Warum, lassen die Zahlen ahnen. Alleine mit Amerika soll Saudi-Arabien einen Waffen-Deal in der Höhe von 110 Milliarden US-Dollar haben.

Soll man Waffen exportieren?

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Geld für Frieden mit Waffen generiert

Das Preisgeld für den Friedensnobelpreis stammt u.a. aus Investitionen in Fonds, die an Rüstungsunternehmen beteiligt sind. Solche Fonds gelten weltweit als rentable Anlagen – auch bei Pensionskassen.