Vom Feind zum Freund?

Schallplatten und Kopfhörer

Vom Feind zum Freund?

2001 verdiente die Musikindustrie mit physischen Tonträgern wie CDs weltweit noch 23.3 Milliarden US-Dollar. Neun Jahre später sanken diese Umsätze zum ersten Mal in den einstelligen Milliardenbereich. 2018 waren es gerade mal noch 4.7 Milliarden, gemäss des «Global Music Report 2019» der Branchenorganisation IFPI.

Die Unsicherheit in der Musikindustrie war gross. Erst recht, als Streaming-Anbieter die Weltbühne betraten. Spotify, einer der Branchen-Leader, startete 2008 seinen Dienst. Es wurde viel diskutiert, wie viel Künstlerinnen und Künstler tatsächlich von solchen Angeboten profitieren. Zumal nicht klar kommuniziert wurde, wie Anbieter ihre Einnahmen genau aufschlüsselten bzw. verteilten.

Trotz Unsicherheit, Fragezeichen und Kritik – Streaming war nicht aufzuhalten. 2012 generierte diese Art des Musikkonsums insgesamt eine Milliarde US-Dollar Umsatz. Zehn Jahre nach Spotifys Start, also 2018, beanspruchte Streaming mit 8.9 Milliarden US-Dollar bereits das grösste Stück des globalen Umsatzkuchens für sich.

Dieser Anstieg hat auch mit dem Umstand zu tun, dass es einerseits immer mehr Streamerinnen und Streamer gibt und sich andererseits immer mehr für eine kostenpflichte Abo-Option entscheiden. 2018 bezahlten weltweit 255 Millionen Nutzer fürs Streamen. Das ist verglichen zu 2017 ein Anstieg von 32.9 Prozent. 

Die Zukunft dürfte ebenfalls rosig aussehen. Gemäss eines Reports von Goldman-Sachs werden die Einnahmen durch bezahltes Streaming bis 2030 27.5 Milliarden US-Dollar betragen. Und der gesamte Musikmarkt soll bis dahin 131 Milliarden Umsatz generieren. 2018 waren es laut dem IFPI-Report 19.1 Milliarden US-Dollar.

Streaming scheint also – entgegen der anfänglichen Befürchtungen – den Markt zu beleben. Der Musikkonsum nimmt zu und die Umsatzkurven bewegen sich wieder nach oben. Laut Goldman-Sachs werden auch die Einnahmen mit Live-Musik steigen. 2017 betrugen sie 26 Milliarden US-Dollar, für 2030 prognostiziert das Investmentbanking-Unternehmen einen Umsatz von 38 Milliarden. 

Inwiefern auch Künstlerinnen und Künstler von diesen Tendenzen profitieren, die nicht Drake, BTS oder Ed Sheeran heissen, ist unklar. Die grosse Mehrheit der auf Spotify gestreamten Musik stammt aus dem Katalog der drei grössten Major-Labels: Universal, Sony und Warner Music. Für weniger bekannte Musiker*innen ist es entsprechend schwierig, in die Gehörgänge der Streamer zu gelangen.

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