Warum trägt man auf einmal VEJA?

Foto eines paars VEJA-Schuhen

Warum trägt man auf einmal VEJA?

Wie viele andere Erfolgsgeschichten fusst auch jene von VEJA auf Unzufriedenheit. Die Firmengründer Sébastien Kopp und François-Ghislain Morillion kündigten Anfang der 2000er-Jahre ihre Banker-Jobs und wollten die Welt zu einem besseren Ort machen. Eigentlich in beratender Funktion für Unternehmen, doch taube Ohren liessen sie schliesslich ihr eigenes Geschäft gründen.

Die beiden Mittzwanziger wollten einen Turnschuh auf den Markt bringen, dessen gesamte Produktionskette nachhaltig und transparent ist. Deshalb auch der portugiesische Name VEJA, der übersetzt «sehen» heisst. Die Ex-Banker hatten zu Beginn weder eine Ahnung von Schuhen noch von Produktionsschritten und brachten sich alles selber bei.

Was 2004 mit knapp 10’000 US-Dollar Startkapital und viel Idealismus startete, generiert 15 Jahre später über 20 Millionen US-Dollar Umsatz. Tendenz steigend. Drei Millionen mal gingen VEJA-Sneakers seit der Gründung über den Ladentisch, der Brand wird heute von über 1800 Händlern in über 40 Ländern vertrieben und die Unternehmung beschäftigt mittlerweile über 100 Mitarbeitende.

VEJA will nicht nur ein nachhaltiges Produkt anbieten, sondern seine Werte auch im Kern leben. Einige Jahre nach dem Start befassten sich die Gründer mit der Firmenkultur und haben in diesem Zug beispielsweise zu Banken gewechselt, die keine Steueroasen nutzen. Auch Gleichstellung und faire Entlöhnung sind wichtige Themen für VEJA. Gemäss eigenen Angaben sind vier der fünf bestbezahlten Mitarbeitenden weiblich.

Ist der VEJA-Erfolg dem allgemeinen Turnschuh-Hype geschuldet? Davon will Kopp lieber nichts wissen. Wenn Sport, Geld und Luxus Teil der Sneaker-Kultur seien, dann seien sie kein Fan davon, sagte der Co-Gründer in einem Vogue-Interview. Für die namhafte Modezeitschrift ist VEJAs Erfolg dem schlichten und tollen Design geschuldet.

Das scheint ein einleuchtender Grund, zumal das Unternehmen bewusst auf Werbung verzichtet. Gemäss Kopp und Morillion gehen bis zu 70% eines Turnschuh-Kaufpreises für Marketingaktivitäten drauf. Sie stecken dieses Geld lieber in die Weiterentwicklung ihres Produkts, auch, um preislich überhaupt mit den Grossen mithalten zu können. Denn die Produktion eines VEJA-Schuhs kostet fünf bis sieben mal mehr als jene eines «regulären» Modells.

In Anbetracht des Werbeverzichts sind prominente Träger umso erfreulicher. Als Meghan Markle ein Paar VEJAs spazieren führte, sollen die Internetsuchanfragen um 113% gestiegen sein. Auch an den Füssen von Emma Watson, Emily Ratajkowski und Eddie Redmayne wurden die nachhaltigen Sneakers gesichtet. Vermutlich unnötig anzufügen, dass die Promis die Käufe selber berappen und nicht etwa kostenlose Produktsamples erhalten.

Sicherlich spielt VEJA auch das steigende Bewusstsein seitens Konsumenten in die Hände. Obwohl Kopp davon ausgeht, dass bloss 15% der Käuferinnen und Käufer wissen würden, was es mit dem Brand auf sich habe. «Manchmal stimmt mich das mangelnde Interesse der Träger traurig, aber so ist nun mal unsere Gesellschaft», meinte der Ex-Banker in einem Gespräch mit einer Modezeitschrift pragmatisch.

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