Was kostet eigentlich das letzte Lebensjahr?

Foto von einem leeren Bett im Krankenhaus

Was kostet eigentlich das letzte Lebensjahr?

Laut einer vom Schweizerischen Nationalfonds in Auftrag gegebenen Studie kostet das letzte Lebensjahr je nach Alter, Todesursache, Wohnort und sogar Geschlecht unterschiedlich viel. Die Kosten für die Bestattung noch nicht einmal miteinbezogen.

Im Schnitt verursachen Männer im letzten Lebensjahr mehr Gesundheitskosten als Frauen. Eine Erklärung könnte folgende sein: Die Lebenserwartung von Schweizer Frauen beträgt im Mittel 84,5 und bei Schweizer Männern sind es 80,1 Jahre. Bei Patienten ab einem gewissen Alter werden nicht mehr alle möglichen Massnahmen ergriffen, während bei Jüngeren – in diesem Fall oft Männer – noch mehr getan wird, um das Leben zu erhalten.

Auch zahlen Deutschschweizer*innen im Durchschnitt um die 20% weniger als die Romands oder die Ticinesi. Erklärt wird dies damit, dass die medizinischen Teams in der Deutschschweiz Schmerzen milder behandeln, was weniger koste. Auch gebe es mehr vor Ort behandelnde Ärzte und Ärztinnen, wodurch die Menschen öfters Zuhause oder in Pflegeheimen statt im teureren Spital sterben.

Während die Krankenkassen je nach Alter jährlich zwischen 3’500 und 6’700 Franken an Gesundheitskosten berappen, können es im letzten Lebensjahr über 30’000 Franken sein. Wer im Alter zwischen 56 und 65 Jahren stirbt, kostet durchschnittlich 44’000 Franken. Ab 65 nehmen die Kosten kontinuierlich ab. Ab 80 ist die Kostensenkung am ausgeprägtesten: 86- bis 90-Jährige kosten «nur» noch 26’000 und über 91-Jährige «nur» noch 25’300 Franken.

Wer ganz plötzlich aus dem Leben scheidet – also entweder einen Unfalltod oder durch Herzversagen stirbt – verursacht logischerweise weniger Gesundheitskosten. Dafür verursacht das letzte Lebensjahr von Krebspatienten verhältnismässig am meisten, da die Medikamente sowie die Pflege sehr teuer sind.

Foto von jungem Mann in Hängematte zwischen Limettenbäumen

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