Was kostet eigentlich der Brexit?

Collage mit der der Insel Grossbritannien

Was kostet eigentlich der Brexit?

Vor drei Jahren sprach sich eine Mehrheit der Bevölkerung von Grossbritannien für den Austritt aus der Europäischen Union aus. Seither laufen die Austrittsverhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU – bisher allerdings ohne Ratifizierung, dafür aber mit einigen Fristverlängerungen. 

Theresa May, ehemalige Premierministerin des Vereinigten Königreichs, nahm aufgrund der erfolglosen Verhandlungen im Juli den Hut. Der nachgerückte Boris Johnson wollte mit der EU das Abkommen, welches unter May vereinbart wurde, nachverhandeln. Die Europäische Union lehnt dies allerdings ab.

Das politische Hin und Her veranlasste die EU, dem Vereinigten Königreich eine erneute Verlängerung der Austrittsfrist bis spätestens am 31. Oktober 2019 zu gewähren. Findet das Abkommen bis dahin keine Zustimmung im britischen Unterhaus, könnte es zum sogenannten harten Brexit kommen. Also einem ungeregelten Austritt. 

Der Brexit hat – ob geregelt oder ungeregelt – wirtschaftliche Folgen in Milliardenhöhe. In erster Linie für das Vereinigte Königreich. Waren und Dienstleistungen würden aufgrund neuer Zölle teurer. Manche sprechen gar von Engpässen im Medikamenten- und Nahrungsmittelbereich. Der britische Anti-Terrorchef sieht zudem die Sicherheit gefährdet.

Verschiedene Experten rechnen nach dem Brexit mit einer Rezession im Vereinigten Königreich. Schweizer Finanzchefs erwarten gemäss einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte ebenfalls einen wirtschaftlichen Abschwung. Auch die Royal Bank of Scotland hat ihre Konjunkturprognosen für 2020 nach unten korrigiert. 

Nebst indirekten Folgen durch eine Rezession ist die Schweizer Wirtschaft direkt vom Brexit betroffen. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung beliefen sich die Einkommensverluste für die Schweiz im Falle eines harten Brexits auf 1.3 Milliarden Euro pro Jahr. 

Die Schweizer Regierung ist bemüht, die wirtschaftlichen Konsequenzen so gut wie möglich einzudämmen und verhandelt mit dem Vereinigten Königreich schon länger verschiedene Auffanglösungen. Die «Mind the gap»-Strategie des Bundesrates soll sicherstellen, dass die gegenseitigen Rechte und Pflichten nach dem Brexit geklärt sind.

Im Rahmen dieser Verhandlungen konnten schon bilaterale Verträge in den Bereichen Handel, Verkehr, Migration und Versicherungen abgeschlossen werden. Zuletzt hatte Justizministerin Karin Keller-Sutter ein Abkommen unterzeichnet, das im Falle eines ungeregelten Brexits die Arbeitsmarktzulassung im jeweils anderen Land regelt.

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