Was kostet eigentlich der Gender Pay Gap?

Zwei Frauen an ihren Laptops

Was kostet eigentlich der Gender Pay Gap?

Im Jahr 2020 waren 88% der 25- bis 39-jährigen Frauen erwerbstätig, bei den 55- bis 64-jährigen Frauen gingen 70% einer bezahlten Arbeit nach. 2019 betrug die sogenannte Erwerbstätigkeitsquote bei den Frauen zwischen 15- und 64 hierzulande 76.3%, unter den EU- und EFTA-Staaten die zweithöchste Quote. In Island betrug die Quote 2019 81.9%. 

Eine im privaten Sektor angestellte Frau verdiente in der Schweiz für ihre Arbeit 2018 durchschnittlich 6354 Franken im Monat, ein Mann im Durchschnitt 7899 Franken. Differenz: 19.6%. Im öffentlichen Sektor zeigt sich ein ähnliches Bild, dort betrug der Lohnunterschied zwischen Mann und Frau 18.1%.

Das Bundesamt für Statistik BFS hält fest, dass sich diese Lohnunterschiede in der Gesamtwirtschaft zu 45.4% nicht erklären lassen. Die anderen Anteile lassen sich beispielsweise mit der beruflichen Stellung, Ausbildung und Branche begründen. 

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle – auch Gender Pay Gap – genannt, ist kein Schweizer Phänomen. In Amerika zum Beispiel erhält eine Frau 82 Cent auf jeden Dollar, den ein Mann verdient. Das bedeutet auf eine Vollzeitstelle pro Jahr 10’157 US-Dollar weniger Salär. 

Die Weltbank veröffentlichte 2018 einen Report zur weltweiten Lohnungleichheit. Dafür wurden Daten von 141 Staaten untersucht. Das Ergebnis: Weltweit verlieren wir 160 Billionen US-Dollar an Vermögen aufgrund des Lohngefälles. Das entspricht über 23’000 US-Dollar pro Person.

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