Was kostet eigentlich der Mond?

Collage mit Mond, Taschenrechner, Sparschwein, gefülltem Münzglas, Zehnernote

Was kostet eigentlich der Mond?

Drei US-amerikanische Ex-Präsidenten besitzen Land auf dem Mond. Gekauft haben George H.W. Bush, Jimmy Carter und Ronald Reagan ihre Parzellen bei Lunar Embassy, einem Unternehmen, welches im Web mit Weltraumgrundstücken handelt.

Hinter Lunar Embassy steht Dennis Hope. In den 1980ern verkaufte Hope Autos, liebäugelte aber wegen der lukrativen Provisionen mit einer Karriere als selbständiger Immobilienmakler. Die Legende lautet, dass ihm seine Geschäftsidee eines Nachts beim Betrachten des Nachthimmels kam...

Seither verkauft Hope Land auf dem Merkur, dem Jupitermond Io, der Venus, dem Pluto und dem Mond. Insgesamt hat er nach eigenen Angaben bereits über 600 Millionen acres verkauft – acre ist eine angloamerikanische Masseinheit und entspricht in etwa einem Fussballfeld. Ein acre kostet inklusive Steuern und Beurkundung 33.99 US-Dollar.

Hopes Geschäft operiert im Graubereich. Laut einem nach wie vor geltenden Recht aus der Zeit der Besiedelung des Wilden Westens, gehört ein Landstück demjenigen, der es als erster öffentlichkeitswirksam reklamiert. Bleiben Einsprüche aus, ist der Anspruch offiziell anerkannt.

Lunar Embassy hat die Beanspruchung der ausserirdischen Grundstücke beim Registrierungsamt in San Francisco geltend gemacht. Einsprachen: keine. Danach hat Hope die Vereinten Nationen und die US-Regierung angeschrieben, um die Inbesitznahme zu unterstreichen – ohne Antwort selbiger. In der Logik von Hope kommt das einem Einverständnis gleich.

Klagen gegen Hope, der auf einer brüchigen legalen Basis operiert, haben es schwer – erst recht, seit ein Richter im 2003 entschied, dass sein Amt es nicht vorsehe, über extraterrestrische Angelegenheiten zu richten. Theoretisch müsste Hope inzwischen Billionär sein – wahrscheinlich hat er ein paar Millionen verdient. Den Wert seiner Ländereien veranschlagt er im Trillionen-Bereich.

Bild der Unternehmerin Eren Ozmen

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