Was kostet eigentlich die Klimakrise?

Collage mit einer Fabrik-Emoji

Was kostet eigentlich die Klimakrise?

Die Erderwärmung fordert ihren Tribut. Extreme Wetterereignisse wie Flutkatastrophen und Dürren häufen sich. Ernteverluste, zerstörte Wohngebiete und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten führen zu Millionenschäden. Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten auf 520 Milliarden US-Dollar pro Jahr und es ist zu erwarten, dass diese Zahl weiter steigt.

Obwohl auch reiche Nationen von den Katastrophen betroffen sind, trifft es ärmere Staaten besonders oft und aufgrund ihres Entwicklungsstandes besonders hart. Gemäss des ehemaligen Weltbank-Chefökonoms Justin Yifu Lin gehen 75 bis 80% der durch Klimaerwärmung verursachten Schäden zu lasten von Entwicklungsländern.

Politische Diskussionen wie beispielsweise das Pariser Abkommen drehen sich hauptsächlich um die Reduktion von Treibhausgasemissionen. Die Frage nach den Vorkehrungen, um extremen Wetterereignissen widerstandsfähiger zu begegnen und damit auch die Schäden geringer zu halten, erhält in der Regel nicht so viel Aufmerksamkeit.

Dass Investitionen vor der Katastrophe lohnenswert wären, zeigen verschiedene Berechnungen. Solche finden sich mitunter im OECD-Bericht zum Thema klimaresistente Infrastruktur. Würden jährlich beispielsweise 50 Milliarden US-Dollar in Hochwasserschutzmassnahmen investiert, könnten gefährdete Küstenstädte die Schäden bis 2050 von 1 Billion auf bis zu 60 Milliarden US-Dollar reduzieren.

Die Politik betreibt seit Jahren ein Seilziehen um die Frage, wer solche Kosten trägt und wie das Geld generiert werden soll. Die Diskussionen sind nicht ausschliesslich ökonomischer, sondern ebenso ethischer Natur. 

Denn Industriestaaten zählen aufgrund hoher CO2-Emissionen zu den Treibern der Klimaerwärmung, Entwicklungsländer sind aber besonders von den klimabedingten Wetterereignissen betroffen.

Auch an den Klimakonferenzen der Vereinten Nationen steht dieser Punkt immer wieder auf der Traktandenliste. Unter anderem 2010 in Cancún, wo der Green Climate Fund (der grüne Klimafonds) ins Leben gerufen wurde. Ab 2020 sollen für Entwicklungsländer jährlich 100 Milliarden US-Dollar zu  Finanzierung von Klimaschutz und -anpassung bereitstehen.

Bis im Januar 2019, neun Jahre später, haben 48 Länder und Städte insgesamt 10.3 Milliarden US-Dollar für den Green Climate Fund gesprochen. Die Finanzierung geht langsamer voran als erhofft. Die USA beispielsweise hatte unter Barack Obama 3 Milliarden gesprochen, der gegenwärtige Präsident Donald Trump verweigert aber die Zahlung der ausstehenden 2 Milliarden.

Foto des Hochhauses «Bosco Verticale» in Mailand

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