Was kostet eigentlich ein Altersheimplatz?

Collage mit einem alten Polstersessel

Was kostet eigentlich ein Altersheimplatz?

Die Schweizer Bevölkerung wird immer älter. 1981 belief sich die Lebenserwartung bei Frauen auf 79.2 Jahre und bei Männern auf 72.4 Jahre, 2017 wurden Frauen durchschnittlich 85.4 und Männer 81.4 Jahre alt. Im Jahr 2045 – so die Hochrechnungen – wird ein Zehntel der Schweizerinnen und Schweizer über 80 Jahre alt sein. Aufgrund des demografischen Wandels nimmt die Pflegebedürftigkeit zu, was finanzielle und personelle Ressourcen fordert.

Das Bundesamt für Statistik erhebt jährlich Zahlen zu den sozialmedizinischen Betreuungskosten. Im Jahr 2017 beanspruchten 350’000 Personen sogenannte Spitex-Leistungen, also Unterstützung durch Externe im eigenen Daheim. 73% der Spitex-Nutzerinnen und -Nutzer waren über 65 Jahre alt. Im Durchschnitt kosteten die Spitex-Leistungen 584 Franken pro Bezüger. Oder insgesamt 2.45 Milliarden Franken, was im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme von 5.8% entspricht.

149’000 Personen lebten 2017 in einem Alters- oder Pflegeheim. Die Betriebskosten dieser Institutionen steigerten sich im Vergleich zu 2016 um 2.6% und beliefen sich auf 10.1 Milliarden Franken – oder: auf 9122 Franken pro Bewohner und Monat. Wobei eine Verallgemeinerung schwierig ist, da die Kosten sich an sogenannten Pflegestufen des Klienten orientieren. Je pflegebedürftiger ein Bewohner, desto mehr Aufwände für das Personal, desto höher die Kosten.

Pflegekosten, also medizinisch notwendige Dienstleistungen, müssen in der Schweiz nicht vollständig vom Leistungsbezüger berappt werden. Einen Anteil übernimmt die Krankenkasse – die Höhe ist abhängig von der erwähnten Pflegestufe und beläuft sich auf höchstens 108 Franken pro Tag. Maximal 21.60 Franken pro Tag wird an den Versicherten weitergereicht. Der restliche Betrag muss von der öffentlichen Hand, also Gemeinden und Kantonen, getragen werden. So sieht es die Neuordnung der Pflegefinanzierung vor, die 2011 in Kraft getreten ist.

In diesem Schlüssel nicht berücksichtigt sind sogenannte Betreuungskosten – beispielsweise ein begleiteter Spaziergang – sowie Pensionskosten, also Zimmer und Mahlzeiten. Die fallen zu lasten des Leistungsbezügers. Wer unzureichend für die Pflege- und Betreuungskosten aufkommen kann, hat das Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Davon sollen heute bereits 50% aller Heimbewohner Gebrauch machen.

Der finanzielle Druck macht sich an verschiedenen Stellen bemerkbar. Durch die zunehmende Privatisierung von Alters- und Pflegeheimen wird die Lage noch prekärer. Der Tages-Anzeiger meldete letztes Jahr, dass über 500 Alters- und Pflegeheime zu hohe Betreuungskosten verrechnen – vermutlich, um Löcher bei der Pflegefinanzierung zu stopfen. Kantone legen Normbeiträge fest, um ihre Ausgaben zu regulieren. Heime sparen beim Personal, was zur Qualitätseinbusse bei der Betreuung und Pflege führt.

Alternativen zu den bekannten Betreuungs- und Pflegeinstitutionen gibt es hierzulande kaum. In anderen Ländern ist man dabei, Hausgemeinschaften oder kleine Communities mit und für Senioren aufzubauen. «Senior Housing» nennt man das beispielsweise in Schweden. Aus Holland kommt die Idee der sogenannten «Dementia Villages», also Areale, die speziell für demenzkranke Personen entwickelt wurden.

Mikrographie von roten Blutkörperchen

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Länger Leben mit jungem Blut, ein Mittel gegen das Altern? Funktioniert es? Und überhaupt: Wollen wir das? Ewig oder zumindest länger leben ist seit eh und je ein umstrittenes Thema und soll nun, laut einer Firma, möglich sein.