Was kostet eigentlich ein Bitcoin?

Collage mit Bitcoin , Taschenrechner, Sparschwein, gefülltem Münzglas

Was kostet eigentlich ein Bitcoin?

San Francisco und Johannesburg verdanken ihre Entstehung und ihre Ausdehnung hin zu modernen Metropolen dem Goldrausch des 19. Jahrhunderts. Im Boden rundum die beiden Städte befanden sich enorme Goldvorkommen, Glücksritter aus aller Herren Länder wanderten ein, um es zu schürfen. Viele liessen sich nieder, gründeten Familien, bauten Häuser.

Das Gold des 21. Jahrhunderts – so scheint es – heisst Bitcoin. Ein Bitcoin ist 4’456.51 Schweizer Franken wert (Stand: 30. August 2017). Und die Kryptowährung wird ebenfalls geschürft. Nicht in dunklen Stollen unter der Erde; nicht dort, wo Vulkane das Edelmetall in den vergangenen Jahrmillionen aus dem Erdkern an die Oberfläche gebracht haben.

Die Minen der Neuzeit sind Computer – ausgestattet mit einer speziellen Software und zusätzlichen Hardware-Komponenten, die das schürfen von Bitcoin erst möglich machen. Theoretisch kann jeder mitmachen beziehungsweise Bitcoin herstellen. Für erfolgreiches «Mining» ist allerdings immer mehr Rechenleistung notwendig.

Denn die Anzahl der schürfbaren Coins ist beschränkt – bei 21 Millionen ist Schluss, so hat es der geheimnisvolle Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto festgelegt. Und je mehr Menschen sich mit ihrem Computer am Bitcoin-Netzwerk beteiligen und miteinander in Konkurrenz stehen, desto schwieriger und entsprechend aufwändiger wird es, Bitcoin zu schürfen.

Wer alleine schürft, kann das inzwischen kaum noch profitabel tun. Die Initialkosten für die zusätzliche Hardware-Ausrüstung lässt sich noch amortisieren. Das Problem sind die Stromkosten für den Betrieb eines nachgerüsteten Computers, der quasi nonstop auf Hochleistung läuft.

Beispiel: Wer seinen Heimcomputer für rund 1’800 Franken mit einem AntMiner S9 inklusive Netzgerät nachrüstet und im Kanton Bern für 24 Rappen pro Kilowattstunde an 365 Tagen rund um die Uhr Strom bezieht (Total rund 2’900 Franken im Jahr), kommt im ersten Jahr auf Gesamtkosten in Höhe von rund 4’700 Franken. Die maximalen Einnahmen liegen bei rund 3’300 Franken – das sind aktuell 0.7395 Bitcoin.

Die obige Rechnung geht allerdings nur unter der Voraussetzung auf, dass die Strompreise gleich bleiben und die konkurrenzfähige Rechenleistung zum Bitcoin-Schürfen auf dem heutigen Niveau bleibt. Und Letztere wird ganz sicher hochgehen: Die Konkurrenz wächst, professionelle Miner investieren massiv in mehr und noch mehr Rechenleistung – allen voran chinesische Bitcoin-Farmen.

Profitables Mining funktioniert für den Privat-Miner nur noch im Verbund mit anderen. In diesen sogenannten Mining-Pools wird die Rechenleistung aller beteiligter Computer kumuliert. Die erhöhte Leistung macht überhaupt erst konkurrenzfähig, die Erfolgsquote steigt und der Stromaufwand jedes Einzelnen sinkt im Verhältnis zum Profitanteil. Doch auch diese Pools sind davon abhängig immer grösser zu werden, um mit den Profis mithalten zu können...

Foto einer Pizza im Steinofen

2 Pizzen für 20 Millionen Dollar

Vor sieben Jahren wurde die erste Zahlung mit der digitalen Währung Bitcoin abgewickelt. Seither wird jedes Jahr am 22. Mai der «Bitcoin Pizza Day» gefeiert.