Was kostet eigentlich ein Fussballspiel?

Mosaik mit dem Logo der Swiss Football League

Was kostet eigentlich ein Fussballspiel?

Der Präsident der Swiss Football League (SFL), Heinrich Schifferle, zeichnete Ende April ein düsteres Bild: Die Corona-Krise bedrohe den Schweizer Fussball in seiner Existenz. «So lange die Klubs ohne Publikum spielen müssen, generieren sie keine Einnahmen – es bleiben ihnen aber die weiterlaufenden Kosten für Infrastruktur und Personal. Es droht innert kürzester Zeit die Illiquidität und die Überschuldung.» 

Die düstere Prognose ist bisher zwar noch nicht eingetroffen – aber die Klubs haben es tatsächlich nicht einfach. Selbst der FC Basel, der in Bezug auf seine Mittel zur Spitze der Schweizer Fussballklubs gehört, kann sich ohne Zuschauereinnahmen längerfristig nicht über Wasser halten. Bis Oktober reiche die Liquidität noch, so meinte Präsident Bernhard Burgener kürzlich in einem Interview mit dem Blick. Ein Geisterspiel, so Burgener, koste den FC Basel rund 300'000 Franken – und rund 950'000 Franken an Einnahmen gingen unter den gegenwärtigen Umständen pro Spiel verloren.

Trotz dieser schwierigen Umstände sprachen sich Ende Mai 17 von 20 Klubs der obersten Schweizer Ligen an der ausserordentlichen Generalversammlung der SFL für die Fortführung der Saison aus – was die Verantwortlichen um Präsident Schifferle freute. Er machte jedoch auch keinen Hehl daraus, dass die TV- und Marketinggelder, die nur bei einer Fortsetzung fliessen, wichtig seien für die Liga. 

Weniger Freude an der Fortsetzung konnte jedoch der Präsident des FC Sion, Christian Constantin aufbringen. Finanziell, so meinte er Anfang Juni gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, hätte ein Abbruch mehr Sinn gemacht: «Am billigsten kommt es für mich, wenn ich für die Spieler Kurzarbeit beantragen kann. Das ist eine Hilfe, die ich nicht zurückzahlen muss. Mit Kurzarbeit hätte ich rund 300'000 Franken verloren, jetzt werden es 3,5 Millionen sein.»

Mindestens an einer Stelle dürfte aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie dieses Jahr jedoch mit einer finanziellen Entlastung zu rechnen sein: Die fehlenden Zuschauer sorgen dafür, dass sich die Einsatzstunden der Polizei massiv verringern – und die entsprechenden Kosten sinken. Rund 135'000 Einsatzstunden pro Saison leisten die Polizeikräfte normalerweise für die Super League, wie eine umfangreiche Erhebung von 2014 gezeigt hat.

Die dafür nötigen, knapp 15 Millionen Franken tragen je nach Kanton zu einem unterschiedlichen Grad vor allem die Vereine – zwischen 60 und 80 Prozent der Gesamtsumme übernehmen sie. Die Freude über die derzeitige Entlastung diesbezüglich dürfte sich jedoch aufgrund der entfallenden Einnahmen in Grenzen halten.

 

Mosaik mit einem Fussball-Emoji

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