Was kostet eigentlich eine Avocado?

Foto von Avocado-Hälften

Was kostet eigentlich eine Avocado?

Die Avocado, die auch Alligatorbirne oder Butterfrucht genannt wird, wird in Mexiko schon seit 10’000 Jahren angebaut. Sie wächst an bis zu 15 Meter hohen Bäumen, auf einer Höhe von 800 bis 2’500 Meter über Meer. Sie ist reich an ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E, Kalium und Folsäure. Ein Gesundheitsbooster für Körper und Seele sei sie.

2016 exportierte Mexiko rund 1.6 Millionen Tonnen in 31 Länder. Dabei gingen 77% allein in die USA, wo der Pro-Kopf-Verbrauch in den letzten 15 Jahren von 1 kg auf 3.5 kg gestiegen ist. Die neue Grenzsteuer, die US-Präsident Trump einführen will, wird mitunter deswegen auf beiden Seiten der Grenze kritisch beäugt. Für Mexiko würde dies bedeuten, sich exporttechnisch umorientieren zu müssen, während die Amerikaner eine Alternative für ihr heissgeliebtes Guacamole suchen müssten.

Der Boom um die Superfrucht scheint dennoch unaufhaltsam. In Amsterdam hat nun sogar das europaweit erste Avocado-Restaurant eröffnet. Die Avocado passt sehr gut in unsere Zeit: Sie ist in der Lage Eier und Butter zu ersetzen, was sie zu einer wichtigen Zutat in der veganen Küche macht. Sie sei die Frucht der Weltenretter und so gibt es selbst Avocado-Kochbücher mit dem Titel Meine Rezepte für eine bessere Welt.

Obwohl sie ernährungsphysiologisch unschuldig wie ein Salatblatt ist, hat die bei uns zwei Franken teure Avocado oft einiges auf dem Kerbholz. Wegen dem Hype um die Frucht werden in Mexiko pro Jahr – teils illegal – 1’500 bis 4’000 Hektar Wald gerodet, um Platz für Anbaufelder zu schaffen.

Die beim Anbau des «Grünen Goldes» verwendeten Pestizide verschmutzen das Trinkwasser der Bevölkerung und gefährden das Ökosystem. Der Anbau verbraucht Unmengen an Wasser – 1’000 Liter Wasser für 1 kg Avocados (zum Vergleich: 1 kg Tomaten braucht 180 Liter) – das dann an anderen Orten fehlt. Bis ein Avocadobaum das erste Mal Früchte trägt, dauert es ungefähr vier Jahre.

Eine Avocado aus Spanien, die im Laden für zwei Franken gekauft wird, hat einen tatsächlichen Wert von circa 400 Litern Wasser, einer unbekannten Menge Chemie und 2’000 km Fahrtweg.  

Abbildung Wasseroberfläche

Was kostet eigentlich ein Liter Trinkwasser?

Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung trinkt regelmässig vom Wasserhahn. Bis zum Erhalt der Quartalsrechnungen vergisst man oft, dass das blaue Gold kostet. Der Preis ist aber erstaunlich tief.