Was kostet eigentlich eine Einbürgerung?

Collage mit Schweizer Pass

Was kostet eigentlich eine Einbürgerung?

Um eine Schweizer Staatsbürgerschaft zu erhalten, gibt es drei mögliche Verfahren: eine ordentliche Einbürgerung, eine vereinfachte Einbürgerung und die Wiedereinbürgerung. Die Mehrheit der Gesuchsteller erlangt über ersteres den roten Pass. 2018 zählte das Staatssekretariat insgesamt 44’141 Einbürgerungen. Der Kanton Zürich liegt mit 10’373 eingebürgerten Personen schweizweit vorne, gefolgt von Genf mit 4’670 Einbürgerungen.

Am Einbürgerungsprozess sind Bund, Kantone und Gemeinden beteiligt. Der Einbürgerungsprozess beginnt bei der Gemeinde des Gesuchstellers. Welche Bedingungen für eine Einbürgerung erfüllt sein müssen, entscheidet jede Gemeinde individuell. Gibt es auf Kommunalebene grünes Licht, geht das Gesuch an den Kanton und schliesslich zum Staatssekretariat für Migration weiter.

Die ungleichen Beurteilungsverfahren auf Gemeindeebene erhitzen immer wieder die Gemüter. Vor zwei Jahren etwa sorgte das aargauische Buchs für internationale Schlagzeilen, weil Funda Yilmaz’ Einbürgerungsgesuch abgelehnt wurde. Unter anderem, weil die damals 25-Jährige – die in der Schweiz geboren wurde – «nur sehr lückenhaft über die Abfallentsorgung Auskunft geben» konnte. 

Gemeinden entscheiden nicht nur, welche Einbürgerungskriterien erfüllt sein müssen, ebenfalls legen sie individuell die verbundenen Kosten fest. Dasselbe gilt für die Kantone. Die Gebühren auf Gemeinde- und Kantonsebene reichen von mehreren hundert bis zu mehreren tausend Franken. Der Bund verrechnet für die Erteilung der Einbürgerungsbewilligung CHF 100 für eine volljährige Person.

2018 berappten diese Gebühren am häufigsten (ehemals) deutsche Staatsangehörige. 6333 Personen aus Deutschland erhielten letztes Jahr die Schweizer Staatsbürgerschaft, gefolgt von 5377 Personen aus Italien und 3426 Personen aus dem Kosovo. Insgesamt waren 34’951 der 44’141 Neu-Schweizerinnen und -Schweizer vorher Bürger eines europäischen Staates.

Die Schweiz schneidet im europäischen Vergleich als strenges Land ab. Schweden hatte 2017 mit 8.2 Einbürgerungen pro 100 ansässige Ausländer die höchste Einbürgerungsquote unter den EU-Staaten, Estland mit 0.6 die niedrigste. Die Schweiz weist 2018 eine Quote von 2.14 auf. 

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