Was kostet eigentlich eine Fussballerin?

Collage mit dem offiziellen Fussball der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019

Was kostet eigentlich eine Fussballerin?

An der letztjährigen Fussball-Weltmeisterschaft in Russland haben 32 Nationalmannschaften um den Titel gekämpft. Die FIFA, die Organisation hinter dem Turnier, verdiente an der Veranstaltung über 5 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Knapp 3 Milliarden generierte der Verkauf von TV-Übertragungsrechten. Alleine das Finalspiel wurde von 1 Milliarde Zuschauern am Bildschirm verfolgt.

Seit 7. Juni diesen Jahres spielen nun die Frauen um den FIFA-Weltmeistertitel. 24 Teams treten in Frankreich gegeneinander an. Das Turnier steckt aber – verglichen mit dem Männer-Pendant – in verschiedener Hinsicht in den Kinderschuhen. Die Frauen-WM gibt es beispielsweise erst seit 1991, die Männer spielen seit 1930 um den Weltmeistertitel. Preisgelder können Spielerinnen erst seit 2007 gewinnen. Dieses Jahr werden insgesamt 30 Millionen US-Dollar verteilt, bei den Männern waren 2018 400 Millionen im Topf.

Die Differenz wird oft damit begründet, dass Frauen-Matches weniger Zuschauer anziehen würden und dadurch weniger Einnahmen mit Übertragungsrechten und Werbung generiert werden können. Doch das Finalspiel der Frauen-WM 2015 verzeichnete über 25 Millionen amerikanische Zuschauer – es ist einer der meistgeschauten Fussballmatches in der US-Geschichte. Insgesamt verfolgten 750 Millionen TV-Zuschauer das letzte Turnier, für die Frauen-WM ein Rekord.

Die ungleiche Behandlung männlicher und weiblicher Fussballspieler zeigt sich auch bei den Salären. Der FC Toronto zum Beispiel zahlt seinem Spieler Michael Bradley jährlich 6 Millionen US-Dollar an fixem Einkommen. Eine der bestverdienenden Spielerinnen, Marta Vieira da Silva, erhielt bei ihrem früheren Club FC Rosengård jährlich etwa 400’000 US-Dollar an Salär.

Ähnlich ungleich sieht es bei den Transfers aus. Letztes Jahr gab es bei männlichen Kickern 16’533 internationale Transfers. Über 7 Milliarden US-Dollar wurden 2018 an Ablösesummen hingeblättert, allerdings floss nur bei 15% der Deals Geld. Bei den Frauen wechselten 2018 total 696 Spielerinnen für insgesamt 564’354 US-Dollar ihren Club. Nur 3.2% der Transfers waren an eine Ablösesumme gekoppelt.

Es regt sich langsam aber sicher Widerstand. Amerikanische Fussballspielerinnen haben im Frühjahr aufgrund von Geschlechterdiskriminierung Klage gegen den US-Fussballverband eingereicht. Ada Hegerberg, eine norwegische Kickerin, verweigert aus Protest ihre Teilnahme an der diesjährigen WM. Das deutsche Frauen-Nationalteam setzt auf Sensibilisierung und sorgte mit seiner Kampagne vor dem WM-Start weltweit für Schlagzeilen: «Wir brauchen keine, Eier, wir haben Pferdeschwänze.»

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