Was kostet eigentlich eine Stradivari?

Collage mit einer Stradivari Geige

Was kostet eigentlich eine Stradivari?

Spricht man von Stradivaris oder kurz Strads, sind längst nicht nur Geigen gemeint. Antonio Giacomo Stradivari baute in Cremona auch Bratschen, Celli, Gitarren und eine Harfe. Das italienische Dorf brachte einige berühmte Geigenbauer hervor und zählt heute zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. 

Stradivari hat im 17. und 18. Jahrhundert etwa 1100 Instrumente gebaut, er soll auch noch als über 90-Jähriger seiner Leidenschaft gefrönt haben. Zwischen 600 und 700 Stradivari-Werke sind noch erhalten, darunter 60 Celli. Die Hälfte dieses Bestands befindet sich Schätzungen zufolge Museen und Safes und werden nicht mehr gespielt. 

Dass sie sicher gelagert aufbewahrt werden, hat seine Gründe. Instrumente aus den Händen Stradivaris zählen zu den besten der Welt. Sie werden für ihren einzigartigen Klang gerühmt und haben längst Kultstatus erreicht. Warum Stradivaris klingen wie sie klingen, versuchen unzählige Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen seit Jahrzehnten herauszufinden. 

Erklärungen gibt es indes viele, Einigkeit hingegen keine. Manche erachten solche Untersuchungen hinfällig und sehen den Grund schlichtweg in Stradivaris Genialität. Andere wiederum zweifeln, ob Stradivari-Instrumente tatsächlich diesen unverkennbaren Klang haben, den man ihnen nachsagt.

Gründe und Legitimierungen hin oder her: Stradivaris Geigen, Violinen und Co. gehören zu den teuersten Instrumenten der Welt. 2011 erzielte die Geige «Lady Blunt», 1721 erbaut, mit 16 Millionen US-Dollar einen Rekordpreis. 2014 sollte das Exemplar «Macdonald» für 45 Millionen US-Dollar versteigert werden – sie fand allerdings keinen Abnehmer.

Wo solche Preisschilder dranhängen, lockt die Kriminalität. 1996 beispielsweise kam Musikprofessorin Maria Grevesmühl, die auf ihrem Nachhauseweg eine Stradivari bei sich trug, bei einem Raubüberfall ums Leben. Ihr 300-jähriges Instrument hatte damals einen geschätzten Wert von 2 Millionen Deutsche Mark (heute ca. 1.2 Millionen Franken). 

Screenshot aus einem Musikvideo der K-Pop Gruppe Blackpink

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