Was kostet eigentlich Glühwein?

Mosaik mit einer Tasse Glühwein

Was kostet eigentlich Glühwein?

Wie ein Lauffeuer scheint es, haben sich in den letzten Jahren die Weihnachtsmärkte verbreitet. Überall und – wie Kritiker feststellen – immer früher fahren spätestens auf das erste Advents-Wochenende die lichtergeschmückten Buden und Imbiss-Stände auf. Neben Geschenkartikeln gibt es viel Kulinarik, Gewürz- und Dufthändler. Die Veranwortlichen sind jeweils dafür besorgt, dass der Markt einen guten Angebotsmix bietet. Das Geschäft läuft aber insbesondere in einem Bereich sehr gut: Bei den Glühweinständen.

Dieses Geschäft ist beliebt. Wer einmal einen Stand hat, gibt ihn nicht mehr auf. Und das obwohl die Weihnachtsmärkte für Glühweinstände höhere Mieten erheben, als für andere Stände. Das liegt vor allem an der phänomenalen Gewinn-Marge, die mit dem Heissgetränk erreicht werden kann. 

Glühwein ist kein geschützter Begriff. Im seit 2017 geltenden Schweizer Lebensmittelrecht existiert keine entsprechende Definition. «Was als Glühwein verkauft wird, ist daher ein weites Feld», sagte Pius Kölbener, Kantons-Chemiker des Kantons St.Gallen dem St. Galler Tagblatt. Die Vorgaben beschränken sich darauf, dass Konsumenten nicht getäuscht werden dürfen und Glühwein keine gefährlichen Stoffe enthält. Glühwein muss Wein enthalten und erhitzt sein – das ist alles.

Bei Glühwein wird deswegen überwiegend sehr billiger Wein verwendet, der laut Schätzungen von Insidern für weniger als einen Franken pro Liter im Ausland eingekauft wird und mit Industriezucker und Gewürzen von eher geringer Qualität angereichert wird. Das deutsche Magazin Stern hat vorgerechnet, wie Gewinnmargen von 1000 Prozent möglich werden, weil die Preise für Einkauf so tief sind. Da reibt sich manch einer die Hände und das wohl nicht wegen der winterlichen Kälte.

Der Alkoholgehalt von Glühwein liegt zwischen 7 und 14,5 Volumenprozent. Wärme und der im Getränk enthaltene Zucker sorgen zusätzlich dafür, dass einem das Ganze relativ schnell zu Kopf steigt. Die durchschnittlich 200 Kalorien pro Becher tragen ausserdem dazu bei, dass der Bauch beim Glühwein-Genuss nicht nur schön wohlig-warm wird, sondern auch im Umfang zunimmt. Als Urheber der modernen Variante der süsslichen Kalorienbombe gilt übrigens der Sachse August Josef Ludwig von Wackerbarth mit seinem Rezept von 1843.

Ein schwarzer Schwan im Wasser

Dank Unwahrscheinlichkeit reich geworden

Welche Macht höchst unwahrscheinliche Ereignisse haben, ist Nassim Nicholas Talebs liebstes Thema. Der frühere Börsenhändler hat mehrere Bücher dazu publiziert, unter anderem «Der Schwarze Schwan».