Was kostet eigentlich Hagel?

Collage mit einer Hagelgewitter-Emoji

Was kostet eigentlich Hagel?

Erst im Juni sorgte eine heftige Gewitterfront, die über die Schweiz zog, für unzählige Schadensereignisse. Auch aufgrund des Hagelschlags, den das Gewitter mit sich brachte. Die Versicherungsagentur Schweizer Hagel rechnet mit Schäden in der Höhe bis zu 4 Millionen Franken, die AXA geht von Wasser- und Hagelschäden von bis zu 3 Millionen Franken aus.

Hagel entsteht dann, wenn Wassertropfen in Gewitterwolken an Kondensationskernen festfrieren. Da das Eisteilchen aufgrund der starken Auf- und Abwinde innerhalb der Gewitterwolke herumgeschleudert wird, frieren weitere Tropfen fest. Irgendwann ist das Teilchen so gross und schwer, dass es zu Boden fällt. Beträgt der Durchmesser mindestens 0.5 Zentimeter, spricht man von Hagel.

Es scheint einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Hagelereignissen zu geben, allerdings gibt es noch keine stichfesten Erklärungen. 1986 zählte man durchschnittlich noch fünf Tage mit Hagelschäden im Jahr, 2004 sollen es bereits 34 gewesen sein.

In Amerika ereigneten sich bis im April über 660 Hagelstürme, das sind bereits mehr als im ganzen Jahr 2018. Die Schäden für die amerikanische Wirtschaft belaufen sich mittlerweile auf über 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Es wird allgemein erwartet, dass sich Schadenssummen nicht nur aufgrund von häufigeren Hagelereignissen erhöhen, sondern ebenso aufgrund der zunehmenden Weltbevölkerung. Denn mehr Menschen bedeuten auch mehr Güter, die beschädigt werden können und Kosten verursachen.

Es gibt verschiedene Ansätze, Hagelschlag die Stirn zu bieten. Beispielsweise mit sogenannten Hagelraketen, die in Gewitterwolken geschossen werden und häufig in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, um die Ernte zu schützen. In den Raketen befinden sich Kondensationspartikel, sodass sich Wassertropfen in der Gewitterwolke an mehr Kernen festfrieren können. So sollen die Eisteilchen weniger gross werden und schliesslich weniger Schaden anrichten. Wie wirksam dieses Vorgehen tatsächlich ist, bleibt umstritten.

Der Schweizer Versicherer Baloise setzt mit seinem Hagelflieger auf dasselbe Prinzip. Das Flugzeug «impft» Gewitterwolken mit Silberiodid, um die Grösse der Hagelkörner zu minimieren. Dieses Projekt kostet den Versicherer 200’000 Franken, das ist im Vergleich zu jährlichen Ausgaben im zweistelligen Millionenbereich aufgrund von Hagelschäden wohl einen Versuch wert. Gemäss eigenen Angaben «wird die Hagelwahrscheinlichkeit um bis zu 50% reduziert».

Nach einem ähnlichen System funktionieren Schallkanonen. Sie verändern die Luftzirkulation in Gewitterwolken, um das Entstehen von Hagel zu verhindern. Der Autokonzern VW beispielsweise nutzt solche Schallkanonen im mexikanischen Puebla, um die 460’000 Neuwagen zu schützen, welche im dortigen Werk jährlich produziert werden. Der Einsatz sorgte vergangenes Jahr für hitzige Gemüter, denn die ansässigen Landwirte machten die Kanonen für eine anhaltende Dürre verantwortlich.

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