Was kostet eigentlich Korruption?

Zwei Hände bei Geldübergabe.

Was kostet eigentlich Korruption?

Als Somalia letzten Februar Parlamentswahlen abhielt, flossen Bestechungsgelder in Höhe von 20 Millionen US-Dollar. Internationale Wahlbeobachter und Diplomaten sprachen von einem «neuen Meilenstein der Korruption». Und das in einem Land, welches eh schon seit Jahren auf den letzten Plätzen der weltweiten Korruptionsrangliste auftaucht.

Ist die Korruption schuld am Elend Somalias? Oder ist die Korruption mitunter eine Folge des Elends? Eine Antwort ist schwer auszumachen in einem Land, welches die letzten 50 Jahre zuerst unter Diktatur, dann Bürgerkrieg und immer wieder unter Clan-Fehden, Terrorismus und Dürre litt. Eine Erinnerung an vorige Zeiten ist kaum noch da.

Die Antwort findet sich möglicherweise in anderen Ländern. Die Türkei, welche zunehmend populistisch und autokratisch regiert wird, ist auf dem Index von Transparency International jüngst zehn Ränge zurückgefallen. Auch die USA haben seit Trump zwei Ränge eingebüsst. Umgekehrt ist Argentinien, welches vor kurzem eine als populistisch geltende Regierung abwählte, aufgestiegen.  

Diesen Tendenzen nach geurteilt müsste Korruption also eine Rolle spielen beim Zersetzungsbeginn einer bis anhin funktionierenden Gesellschaft. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass den Steuerbehörden durch Korruption weltweit jährlich 1,5 bis zwei Billionen Franken entgehen – Geld, welches fehlt für Infrastruktur-, Bildungs-, Sozial- und Umweltschutzprojekte.

Die Schweiz gehört zwar seit Jahren zu den am wenigsten korrupten Ländern – aktuell besetzt sie Platz fünf –, ist aber mit 86 von 100 Punkten durchaus noch verbesserungsfähig. Zudem, so sagen es unabhängige Überwachungsorganisationen, sind international operierende Schweizer Firmen – insbesondere Rohstoffhändler – in korrupte Systeme in den Abbau- und Produktionsländern involviert und tragen diese mit.

Fotomontage von journalistischen Werkzeugen

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