Was kostet eigentlich Überalterung?

Collage mit Rollator

Was kostet eigentlich Überalterung?

Der demografische Wandel beherrscht seit geraumer Zeit viele politische Debatten. Gemeint ist die Entwicklung der Bevölkerung bezogen auf verschiedene Parameter wie Altersgruppen und Zuwanderung. Gegenwärtig beschäftigt der demografische Wandel vor allem hinsichtlich steigender Lebenserwartung und niedriger Geburtenrate. Anders ausgedrückt: Immer mehr Menschen erhalten Pensionskassengelder während die Anzahl Beitragszahlender eher tief bleibt.

Bis 2030 wird die Altersgruppe 60+ weltweit um 56% zulegen und von 900 Millionen auf 1.5 Milliarden anwachsen. In der Schweiz rechnet man damit, dass sich die Anzahl Personen, die 65 Jahre und älter sind, bis 2030 auf 2.2 Millionen und bis 2045 auf 2.7 Millionen erhöht. Ebenso erhöht sich der sogenannte Altersquotient, der diese Bevölkerungsgruppe mit jener der 20- bis 64-Jährigen vergleicht, bis 2045 von aktuell 29.1 auf 48.1.

In Asien ist die Lage besonders prekär. Japan hat mit 84 Jahren die höchste Lebenserwartung der Welt. Der Anteil der 65-Jährigen und älteren Personen beläuft sich auf 28%, bis 2040 sollen es 33% sein. Die Geburtenrate ist niedrig, d.h. es rücken wenig junge Arbeitskräfte nach. Der demografische Wandel könnte Japan über die kommenden drei Jahrzehnte bis zu 1% des Bruttoinlandprodukt-Wachstums kosten.

Gemäss «The 2018 Ageing Report» der Europäischen Kommission werden sich die altersbedingten Kosten in der EU bis 2070 laufend erhöhen. Die Kosten betreffen sowohl die Pensionskassengelder wie auch Gesundheitskosten. In Irland beispielsweise rechnet man bis 2020 unter anderem aufgrund der Zunahme der altersbezogenen öffentlichen Ausgaben mit einem Defizit in der Höhe von bis zu 2% des Bruttoinlandsproduktes (BIP).

2015 hat die Schweizer Bevölkerung fast 12% des BIP für die Gesundheit hingeblättert, 2019 wächst dieser Anteil gemäss der Konjunkturforschungsstelle der ETH auf 13% – oder: 91 Milliarden Franken – an. Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen EY Schweiz schätzt, dass sich die Gesundheitskosten per 2030 auf 116 Milliarden Franken belaufen. Doch ob sich dieser Anstieg tatsächlich in erster Linie mit der alternden Gesellschaft erklären lässt, ist umstritten.

Stefan Felder, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Basel, erklärte in einem Interview mit dem Dachverband Schweizer Heime und soziale Institutionen Curaviva, dass die Gesundheitsausgaben im letzten Lebensjahr 12- bis 15-mal höher seien als im Durchschnitt. Egal, ob die sterbende Person 30 oder 90 Jahre alt ist. Da die Sterblichkeit im Alter natürlicherweise zunimmt, erhöhen sich auch die entsprechenden Kosten.

Um den demografischen Wandel respektive die Kostenfolgen abzufedern, schlägt der Bundesratsbericht «Demografischer Wandel in der Schweiz: Handlungsfelder auf Bundesebene» unter anderem neue Formen der Pflege und Betreuung im Alter vor. Denn die sogenannte Langzeitpflege ist besonders kostenintensiv. In Schweden geht man diesen Weg bereits: Die Regierung hat alleine zwischen 2011 und 2014 über 100 Millionen Franken in zusätzliche Ausbildungsprogramme für die Pflege älterer Menschen investiert.

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