Weltreise – how much?

Foto einer Person die eine Grossstadt fotografiert

Weltreise – how much?

Im weltberühmten Roman von Jules Verne bricht der Pünktlichkeits- und Gewohnheitspedant Phileas Fogg zu einer Weltreise auf. Er schafft es in «80 Tagen um die Welt» – nota bene schreiben wir das Jahr 1870, wo es kaum Zugverbindungen, geschweige denn Flugzeuge gibt – und gewinnt damit eine Wette. Den Geldgewinn verschenkt er.

Die Reise hat ihn auf andere Weise reich gemacht – reich an Erfahrung. Er ist als entkrampfter, offengeistiger Mann nach London heimgekehrt – mit der Liebe seines Lebens, die er unterwegs gefunden hat. Im Gegensatz zu den meisten von uns, ist die Romanfigur Phileas Fogg ein reicher englischer Gentleman – Geld spielte für ihn keine Rolle.

Wenn unsereiner eine Weltreise unternehmen möchte, kann das an die Substanz gehen. Einerseits ist mit dem Lohnausfall während der arbeitsfreien Zeit zu rechnen, andererseits fallen Kosten für Reisen, Unterkunft, Verpflegung und Aktivitäten an. Wer in der Heimat seine Wohnung behalten möchte, muss die Mietkosten sichern, dazu kommen je nachdem weitere Fixkosten, die trotz Abwesenheit fortlaufen.

Lohnausfall teilweise kompensieren
Wer eine längere Reise plant und seine Anstellung kündigt oder temporär aussetzt, kann sich im Voraus überlegen, wie er unterwegs Einnahmen generieren könnte. Wer journalistisches Talent besitzt, kann einen hochwertigen Reiseblog führen und sich via Patreon dafür bezahlen lassen – manch’ ein Blogger verdient bis zu 10’000 US-Dollar pro Monat. Wer lieber einfach fotografiert, kann seine Fotos beispielsweise via iStock anbieten – Agenturen, Medienschaffende und Private bezahlen bis zu 20 US-Dollar für die Nutzung eines Bildes.   

Reisekosten berechnen
Laut Fränzi Zürcher und Simon Zryd, die gemeinsam eine zweieinhalbjährige Weltreise unternommen haben, kann man sich auf die ¼-Regel verlassen: Wer ein Land bereisen möchte, soll sich zunächst die Preise von möglichen Unterkünften ansehen und diese Kosten dann mit vier multiplizieren. Soviel ist dann plusminus notwendig, um Reise, Unterkunft, Verpflegung und Aktivitäten zu finanzieren. Diese Regel habe sich mehr oder weniger auf allen Kontinenten bestätigt. Wie teuer die «Tour du monde» schlussendlich ausfällt, ist eine Frage des Reisestils. Wer als Backpacker bescheiden unterwegs ist und sich nur hin und wieder westliches Komfortniveau gönnt, kommt mit 20’000 Franken durch – inklusive der Fernflüge.

Fixkosten neutralisieren
Krankenversicherung, Reiseversicherung und Mobile-Abo sind unverzichtbar – diese Kosten muss man tragen. Wer seine Wohnung behalten möchte, hat jedoch die Möglichkeit, diese unterzuvermieten. In jedem Fall ist die Inkenntnissetzung des Vermieters notwendig – vermietet man die Wohnung ohne sein Wissen, kann er den Mietvertrag auflösen. Eine im Voraus vereinbarte, befristete Vermietung über die ganze Dauer der Abwesenheit ist die komfortabelste Lösung. Wer via Airbnb oder ähnliche Plattformen an Touristen vermieten möchte, braucht vor Ort eine Person, die sich um den Empfang der Gäste und den Unterhalt der Wohnung kümmert – das kann allenfalls zusätzlichen Stress und Kosten bringen.

Foto eines bunten Marktes in einer afrikanischen Stadt

Wiege des mobilen Geldes

Während mobiles Bezahlen hierzulande erst im Kommen ist, ist es in vielen Weltgegenden bereits Alltag. Nirgends wird mit Handys so selbstverständlich Geld bewegt wie in Afrika.