Wetten auf das Nicht-Ausbrechen

Ein Mann trägt einen Mundschutz

Wetten auf das Nicht-Ausbrechen

Extreme Armut bekämpfen und gemeinsamen Wohlstand fördern – das schreibt sich die Weltbank auf die Flagge. Sie wurde 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, gegründet und will seither die wirtschaftliche Entwicklung von ärmeren Staaten unterstützen. 189 Mitgliedstaaten zählt die Entwicklungsbank, die Schweiz ist 1992 beigetreten.

2017 hat die Weltbank unter anderem mit dem Internationalen Währungsfonds und der Weltgesundheitsorganisation die «Pandemic Emergency Financing Facility», kurz PEF, ins Leben gerufen. Der Finanzierungsmechanismus dient dazu, den 77 ärmsten Ländern der Welt im Falle einer Pandemie schnell finanzielle Unterstützung zu bieten.

Das PEF-Programm hält eine Deckungssumme von 500 Millionen US-Dollar bereit. Betroffene Staaten können diesen Pool über zwei Wege anzapfen: über das Liquiditätsfenster oder das Versicherungsfenster. Über den letzteren könnten aktuell insgesamt 425 Millionen US-Dollar gesprochen werden. 

Um die PEF zu finanzieren, hat die Weltbank mitunter die «Pandemie-Anleihen» auf den Markt gebracht. Vereinfacht erklärt: Es wird Geld in einen Fonds eingeschossen, der mit hohen Renditen – bis zu 13 Prozent – lockt. Die Anleihen laufen bis im Sommer diesen Jahres. Wird über die PEF bis dahin Geld gesprochen, verlieren die Investoren ihr Kapital. Wenn nicht, profitieren sie von der Rendite.

Die Ereignisse, welche die Anleihen über das Versicherungsfenster auflösen, sind genau definiert. Beispielsweise sind «nur» Kosten gedeckt, die von sechs definierten Viren verursacht werden. Weiter muss sich ein Virus auf einen zweiten Staat ausgebreitet und dort zu mindestens 20 Toten geführt haben. 

2018 hat die Pandemie-Notfall-Finanzierung für die Republik Kongo 12 Millionen US-Dollar bereitgestellt. Es war die erste finanzielle Zusicherung über das Programm. Das Geld wurde vom PEF-Lenkungsausschuss gesprochen und erfolgte über das Liquiditätsfenster des Finanzierungsmechanismus.

Über das Versicherungsfenster hätte die Republik Kongo im Rahmen der letzten Ebola-Welle kein Geld erhalten können, da die Trigger-Kriterien nicht alle erfüllt waren. Auch deshalb ist das PEF-Programm umstritten. Sogar der einstige Chef-Ökonom der Weltbank, Lawrence Summers, nannte den Finanzierungsmechanismus der Weltbank «einen peinlichen Fehler».

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