Who the hell is Palantir?

Szene aus “Herr der Ringe” mit einem Palantir

Who the hell is Palantir?

In New York ging Anfang Oktober die Datenanalyse-Firma Palantir an die Börse. Das Unternehmen legte einen gelungenen Start hin und wird mittlerweile mit rund 17 Milliarden Dollar bewertet. Das erstaunt auf den ersten Blick – hat Palantir doch bisher vor allem Verluste geschrieben. 580 Millionen Dollar sollen es allein im vergangenen Geschäftsjahr gewesen sein, für 2020 strebt man einen Umsatz von einer Milliarde Dollar an – ein Wachstum von 42 Prozent. 

Während auch andere Start-Ups vor dem Börsengang kaum mit grossen Gewinnen von sich reden machten – Palantir unterscheidet sich von anderen Unternehmen vor allem aus einem Grund. Denn die 2003 vom kontroversen Paypal-Gründer Peter Thiel lancierte Firma profitierte nämlich von einem speziellen Investor.

Benannt nach den Kristallkugeln in «Der Herr der Ringe», dem erfolgreich verfilmten Fantasy-Zyklus von J. R. R. Tolkien, war Palantir lange sehr schweigsam, was das eigene Geschäftsmodell anging. Im Kern geht es um eine intelligente Software, die im Stand ist, gewaltige Mengen an Daten zu analysieren und Palantir, so meinen Experten, sei diesbezüglich seinen Konkurrenten weit überlegen. 

Der Zweck dieser Analyse, so die ursprüngliche Idee des Firmengründers Thiel, war es, Terroristen aufzuspüren – im Nachgang an die Terroranschläge vom 11. September ein immenses Thema. Gemeinsam mit einem ehemaligen Studienkollegen investierte er sein Geld und pitchte das Unterfangen an mögliche Geldgeber. 

Zuerst biss niemand an – bis er und sein Kommilitone Alexander Karp an In-Q-Tel gelangten. In-Q-Tel: Ein Wortspiel mit dem englischen Wort für Spionage, «Intelligence» und dem sagenhaften Wissenschaftler Q, der die Romanfigur James Bond jeweils mit der neusten Technologie ausstattet. 

Nomen est Omen – denn hinter der Investmentfirma steckt der amerikanische Geheimdienst CIA. Seit 1999 sollen die Spione jährlich geschätzte 120 Millionen Dollar in verschiedene Start-Ups investieren, die für die nationale Sicherheit der USA als potentiell interessant bewertet werden. Palantir war einer der frühen Nutzniesser des Programms und erhielt 2005 zwei Millionen Dollar.

Palantir, so formulierte es Bloomberg News in einem längeren Artikel vor zwei Jahren, ist dabei weniger selbst Spion, als vielmehr dessen Gehirn. Denn die Software des Unternehmens schafft es, Verbindungen zwischen Datensätzen herzustellen, die menschlichen Analysten durch die Lappen gehen könnten.  

Diese Verbindungen werden dann in einfach lesbaren, farbigen Grafiken repräsentiert. Das macht die Technologie beliebt und sie bewährte sich scheinbar bei mehreren amerikanischen Kriegseinsätzen und soll sogar bei der Jagd nach Osama Bin Laden eingesetzt worden sein.

Diese Erfolge der Firma dürften sich nun mit dem Börsengang vor allem für die Gründer bezahlt machen. Weil Palantir den Weg einer so genannten direkten Notierung gegangen ist – bei der keine Banken involviert und die jeweiligen Anteile der Investoren direkt in Aktien umgewandelt werden – können diese schnell zu Geld gemacht werden. 

Eilig dürfte es Thiel aber trotz durchwachsener Wirtschaftslage damit wohl nicht haben – rund 2,3 Milliarden Dollar schwer soll der Deutsch-Amerikaner und bekennende Fan des US-Präsidenten Donald Trump nämlich sein.

Abbildung Nahaufnahme 100-Dollar-Schein

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