Wie fair ist Fair Trade?

Schwarzer Kaffee in einer schwarzen Tasse

Wie fair ist Fair Trade?

Maiskolben, Schokolade, Bananen, Rosen, Kaffee – viele dieser Produkte tragen bei den Grossverteilern inzwischen ein Fairtrade-Label. Die Etikette steht für ein Prinzip, dass Produzierende – meist im globalen Süden – für ihre Arbeit auf den Feldern einen Lohn erhalten, der ihnen die Existenz sichert. Neben einem garantierten Mindestpreis erhalten Kooperativen und Dörfer zudem eine Prämie, die zur Verbesserung des Lebensalltags eingesetzt werden soll: Das Geld wird in Bildung, Gesundheitsversorgung und Wohnsituation investiert. 

Die Idee, dass Unternehmen und Konzerne, die bei uns Produkte anbieten für die Produktionsbedingungen in der Lieferkette Verantwortung übernehmen, hat in jüngerer Zeit viel Auftrieb erhalten. Die so genannte Konzernverantwortungsinitiative, die forderte dass Unternehmen mit Sitz in der Schweiz Menschenrechte und Umweltstandards auch ausserhalb der Schweiz zu respektieren haben, scheiterte zwar im vergangenen November am Ständemehr. Mit dem indirekten Gegenentwurf des Bundesrats wird – mit weniger scharfen Haftungsregeln – dennoch die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Konzernen eingeführt. 

Auch unser Nachbarland Deutschland macht vorwärts: Wie im Juni beschlossen wurde, sollen ab 2023 Unternehmen mit mindestens 3000 Mitarbeitenden ihre gesamte Lieferkette im Blick haben. Werden ökologische und soziale Mindeststandards nicht beachtet, können sie gebüsst werden.

Eine fairere und nachhaltigere Produktion hat also zunehmend auch für den Gesetzgeber Priorität. Fairtrade Initiativen gehen jedoch über gesetzlich vereinbarte Mindeststandards hinaus: Die Grundidee solcher Projekte ist es, dass Konsument*innen im globalen Norden etwas mehr bezahlen, damit die Armut im Süden eben verstärkt bekämpft wird. Aber funktioniert das auch wirklich? Der senegalesische Ökonom Ndongo Samba Sylla ist sich da nicht so sicher.

2014 kritisierte er in seinem Buch «The Fairtrade Scandal“ die Versprechen der Fairtrade-Bewegung und kontrastierte sie mit einer ganz anderen Realität. Profitieren würde einmal mehr der Norden, weil die aufgrund der höheren Preise erzielten Gewinne bei den Grossverteilern und den Fairtrade-Organisationen verblieben, statt den Produzent*innen zuzukommen. Weil es zudem zu wenig Abnehmer*innen für Fairtrade-Produkte gäbe, müssten die Produzierenden den Löwenanteil ihrer Produkte jenseits von festen Fairtrade-Preisen auf dem freien Markt verkaufen. Das Problem liege zudem darin, dass mit dem Fairtrade-System der Schwerpunkt weiterhin bei der Rohstoffproduktion und beim Rohstoffverkauf liege – was die Weiterentwicklung der Länder des globalen Südens eher erschwere.

Dennoch: Auch Sylla betont, dass Fairtrade immerhin höhere Standards einfordert, als dies bei anderen Gütesiegeln – etwa denjenigen, die sich die Hersteller selbst verleihen – der Fall ist. So lange aber die Zollpolitik europäischer Länder darauf ausgelegt sei, Rohstoffimporte zu vereinfachen und für verarbeitete Produkte höhere Abgaben zu verlangen, nütze es wenig, wenn Konsumierende mehr für Fairtrade zahlten. Denn zur Wertschöpfung komme es nicht in der Produktion, sondern in der Verarbeitung. Und die sei eben immer noch primär den Ländern im Norden vorbehalten.

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