Wiege des mobilen Geldes

Foto eines bunten Marktes in einer afrikanischen Stadt

Wiege des mobilen Geldes

Geht’s in den Nachrichten um Afrika, sehen wir hoffnungslos überfüllte Flüchtlingsboote auf dem Mittelmeer, Hungersnöte nach Dürreperioden, ethnische Konflikte oder Terroranschläge. Good News vom Schwarzen Kontinent erreichen uns selten.

Dass im Alltag von Kenya schon mit «Handygeld» bezahlt wurde, als westliche Tech-Giganten gerade erst angefangen hatten, mit mobilen Zahlungssystemen zu experimentieren, ist weitestgehend untergegangen. Dabei handelt es sich um nicht weniger, als die erste Erfindung der Moderne, die wir Afrika zu verdanken haben.

M-Pesa, so heisst das Ur-System, wurde bereits 2007 in Kenya eingeführt. Wer kein Bankkonto hatte, so wie bis heute die meisten Afrikaner, war von nun an in der Lage, Geld mobil zu speichern und sicher zu transferieren.

Ein Praxisbeispiel: Der in der Stadt lebende Sohn geht zu einem sogenannten «Agent» – das kann eine Filiale eines Mobilfunkanbieters, ein Kiosk oder eine Tankstelle sein –  wo er Guthaben kauft. Dieses Guthaben kann er via Handy an seine Mutter, die auf dem Land lebt, übertragen. Diese wiederum kann für dieses Guthaben beim nächsten Agent Bargeld lösen oder das elektronische Guthaben im Tausch gegen dringend Benötigtes weiter übertragen.

In Afrika, wo es kaum Retailbanken gibt, die Finanzdienstleistungen für arme Städter und die Landbevölkerung anbieten, ist dieses System auf fruchtbaren Boden gestossen. Der Kontinent hat nie ein flächendeckendes Festnetz entwickelt, was die ungewöhnlich schnelle Ausbreitung der Mobiltelefonie gefördert hat. Sieben von zehn der 20% ärmsten Menschen der Welt haben inzwischen ein Handy.

Trotz annähernd totaler Mobiltelefon-Dichte ist die Schweiz im Vergleich zu afrikanischen und asiatischen Ländern in Sachen Mobile Banking ein Entwicklungsland – allerdings eines mit schnellem Wachstum. Während 2010 noch 87% aller Geldtransaktionen in der Schweiz in bar getätigt wurden, sollen es 2020 nur noch 60% sein.

Abbildung Krugerrand Goldmünze

Die Kehrseite der berühmtesten Goldmünze

Der Krügerrand ist die bis heute bekannteste und meist begehrte Gold-Anlagemünze der Welt. Ihr Namensgeber ist umstritten. So umstritten, dass die Stadt St. Gallen die Krügerstrasse 2009 in Dürrenmattstrasse umbenannte.