Wo bleibt das Laborfleisch?

Ein Burger mit “Mosa Meat”

Wo bleibt das Laborfleisch?

Im Jahr 2013 stellte der Forscher Mark Post das erste Burger-Patty vor, das in der Petrischale gezüchtet wurde. Die Entwicklung des Prototypen dauerte mehrere Monate und schlug mit knapp 300’000 US-Dollar zu Buche. Ein Produkt also, das weit von einem Markteintritt entfernt war. 

Mark Post wurde 2016 Mitbegründer von Mosa Meat, ein niederländisches Start-up, das kultiviertes Fleisch auf den Markt bringen will. Nebst Mosa Meat gibt es mittlerweile zig andere junge Unternehmen, die an Laborfleisch forschen. Unzählige Millionen flossen weltweit in das Unterfangen, die Fleischindustrie mit «clean meat» zu revolutionieren. 

Der Preis zur Herstellung des Laborfleisches konnte bisher zwar massiv gesenkt werden, doch die Wirtschaftlichkeit ist nach wie vor ein Stolperstein. Ein grosser Kostentreiber ist die Nährlösung, welche die Zellen zum Wachsen benötigen. Dafür wird häufig fötales Kälberserum eingesetzt. An Alternativen wird geforscht, Mosa Meat verzichtet laut eigenen Angaben bereits auf die tierische Komponente.

Wann das Laborfleisch tatsächlich in den Regalen liegen wird, steht weiterhin in den Sternen. Aleph Farms aus Israel will das erste In-vitro-Produkt – dünn geschnittenes Rindfleisch – 2022 lancieren. Mirai Foods hat ebenfalls 2022 im Visier. Das Schweizer Start-up will mit Hackfleisch starten. 

Migros und Coop mischen auch bereits im Laborfleisch-Business mit. Migros-Industrie gab im Frühjahr 2019 ihre Investition in Aleph Farms bekannt. Coop hat sich über das Tochter-Unternehmen Bell Food Group mit bisher 7 Millionen Euro an Mosa Meat beteiligt.

Bild: Mosa Meat

Foto eines Hamburgers

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