Wo bleibt das Wasserstoffauto?

Foto eines Wasserstoffautos von Toyota

Wo bleibt das Wasserstoffauto?

Der Autohersteller Toyota will mit der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio den Wendepunkt auf dem Weg in eine wasserstoffbasierte Mobilität einläuten. Das Unternehmen strebt als Sponsor der Spiele an, deren Fahrzeugflotte komplett CO2-neutral zu halten. Dies entspricht der offiziellen Strategie Japans, in Zukunft mehr denn je auf Wasserstoff als Energieträger zu setzen. 

Bis dahin ist es jedoch gerade in unseren Breitengraden noch ein weiter Weg: Der Marktanteil von Autos mit Brennstoffzellen liegt Deutschland bei gerade mal 0,0007 Prozent – oder insgesamt 392 Fahrzeugen per 1. Januar 2019.

Die Gründe dafür sind, dass es noch sehr wenig Tankstellen gibt (gerade mal 100 sollen es Ende dieses Jahres in Deutschland sein), dass die Herstellungskosten von Wasserstoff noch sehr hoch sind und das damit verbundene Zögern der Hersteller, in die Technologie zu investieren. 

Für Privatkunden sind die Autos schlicht sehr teuer. Knapp 90'000 Franken blätterte der Flugsicherungstechniker Martin Berchtold für eines der ersten Wasserstoffautos in der Schweiz hin. Er konnte es Anfang des Jahres bisher erst an zwei Schweizer Tankstellen tanken: in Hunzenschwil im Kanton Aargau und in Dübendorf im Kanton Zürich.

Wasserstoffautos verfügen über einen Elektromotor, der mit Strom betrieben wird. Dieser wird aus Wasserstoff, einem chemischen Bestandteil von Wasser, in einer Brennstoffzelle direkt im Auto produziert. Wasserstoff wird über die so genannte Wasserelektrolyse gewonnen. Dabei wird das Wasser mit Strom in seine Bestandteile Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) zerlegt. Elektrische Energie wird dabei in chemische Energie umgewandelt und im Wasserstoff gespeichert.

In der Brennstoffzelle im Fahrzeug passiert dann das Umgekehrte. Die chemisch im Wasserstoff gespeicherte Energie wird wieder in elektrische Energie umgewandelt und treibt das Fahrzeug an. Der Vorteil des Verfahrens: Wird für die Elektrolyse Strom genutzt, der nachhaltig aus Wasser-, Wind- oder Solarkraft produziert worden ist, sind Wasserstoff-Fahrzeuge sehr umweltfreundlich. Alles, was aus ihrem Auspuff strömt, ist Wasserdampf. 

Aufgrund dieser Klimabilanz nimmt Wasserstofftechnologie langsam Fahrt auf. In der Schweiz wird der Ausbau des Wasserstofftankstellen-Netzwerks über den Förderverein H2 Mobilität Schweiz vorangetrieben. Gegründet im Jahr 2018 von Agrola AG, AVIA Vereinigung, Coop, Coop Mineraloel AG, fenaco Genossenschaft, Migrol AG und Migros-Genossenschafts-Bund haben sich inzwischen weitere Akteure der Plattform angeschlossen. 

Auch wenn trotz dieses Efforts in der Schweiz bisher nur wenige Dutzend der Fahrzeuge unterwegs sind, glauben Experten, dass sich dies bald ändern wird. Kurt Egli vom Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) meint, dass ökologie- und technologieaffine Leute diese Fahrzeuge vermehrt kaufen werden. Erst recht, wenn die entsprechenden Tankstellen bereitstehen.

Foto einer Raffinerie

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