«Wow, im Ausland bin ich reich!»

Collage von 10 Schweizer Franken Scheinen und 10 Dollar Scheinen

«Wow, im Ausland bin ich reich!»

Der KKP-Dollar, auch Internationaler Dollar genannt, entstand in den 1960er-Jahren an der Universität von Pennsylvania als Teil des «Internationalen Vergleichsprogramms». Ziel dieses Programms war und ist es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Volkswirtschaften vergleichbarer zu machen.

Als Basis des KKP-Dollars wird immer der US-Dollar genommen. Ein KKP-Dollar entspricht einem US-Dollar. Um in eine andere Währung umzurechnen, wird immer die Kaufkraftparität als Faktor verwendet. Die Kaufkraftparität kann man sich folgendermassen vorstellen:

Absolute Kaufkraftparität – also Gleichheit – herrscht, wenn ich in den USA und gleichzeitig irgendwo auf der anderen Seite der Welt dieselben oder zumindest vergleichbare Produkte in den jeweiligen Warenkorb legen kann und an beiden Orten gleich viel dafür bezahle.

Nehmen wir also an, Mister Smith – Amerikaner – habe ein monatliches Einkommen von 4’000 US-Dollar und ein Laib Brot koste einen US-Dollar. Er kann sich theoretisch 4’000 Brote leisten. Die Schweizerin Frau Schmid hat ein monatliches Einkommen von 6’000 Franken, umgerechnet sind das aktuell (14. Februar 2018) rund 6’000 US-Dollar. Es scheint zunächst, als wäre Frau Schmid reicher als Mister Smith.

In der Schweiz kostet ein Laib Brot nun aber drei Franken, was bedeutet, dass sie sich mit ihrem Gehalt nur 2000 Brote leisten kann. In diesem Beispiel herrscht also ein Austauschverhältnis von drei, da ein Schweizer Brot drei US-Brote wert ist.

Umgerechnet verdient Frau Schmid 6’000 geteilt durch 3, was «nur» noch 2’000 KKP-Dollar im Monat sind. In diesem Beispiel ist Mister Smith mit 4’000 KKP-Dollar also eigentlich reicher als Frau Schmid. Dies, da die Schweiz im Vergleich zu den USA ein höheres Preisniveau und das Einkommen von Frau Schmid somit eine geringere Kaufkraft hat.

Ein ähnliches Prinzip verfolgt der sogenannte Big-Mac-Index. Den Big Mac, ein Hamburger von McDonald’s, gibt es praktisch überall auf der Welt. Er kostet aber nicht überall gleich viel. Damit ist er ein Indikator – wenn auch ein sehr vereinfachter – für die jeweilige Kaufkraft einer Währung.

In den Ferien im Ausland mag man mit einem Schweizer Lohn vielleicht reich sein, vergleicht man jedoch die Kaufkraft, so stellt sich sehr schnell heraus, dass wir in der Schweiz eben auch etwas mehr für das Gleiche oder Ähnliches bezahlen.

Collage von Ein- und Zweicentmünzen

Der Euro und unbeliebtes Münz

Als Land, das vom Euro umzingelt ist, ist uns die Währung natürlich bestens bekannt. Doch was wissen wir wirklich darüber abgesehen davon, dass niemand Ein- und Zwei-Centstücke mag?